Exkursion ans MIT und die Harvard University

Im Rahmen der Exkursion „Medieninstitutionen“ des Instituts für Psychosoziale Intervention und Kommunikationsforschung, geleitet von Prof. Theo Hug, besuchten Studierende das renommierte Massachusetts Institute of Technology (MIT) und die Harvard University mit dem Ziel, aktuelle Medienentwicklungen kennen zu lernen und mit Fachvertreterinnen und -vertretern zu diskutieren.
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Bild: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Exkursion mit Prof. Noam Chomsky (Mitte) in seinem Büro am MIT. (Bildnachweis: Bev Stohl)

Der Höhepunkt der einwöchigen Exkursion im Mai war sicherlich das Treffen mit dem Linguisten und Medienkritiker Noam Chomsky, dem international am häufigsten zitierten Wissenschaftler, der mit uns in seinem Büro im Stata Center über die weltpolitische Lage und wiederkehrende Muster diskutierte und auch Fragen zu seiner Person und seinem Leben beantwortete. Im Media Lab lernten wir Forschung zum Anfassen kennen – in diesem kreativen Think Tank wurden beispielsweise innovative Legospiele, verschiedene Roboter-Typen, Computerprogramme wie Scratch oder Projekte wie One Laptop per Child entwickelt. Im Hyperstudio erläuterte Kurt Fendt neue Visualisierungsformen und mehrere Projekte im Bereich Digital Humanities. Dabei wurden uns auch die Auswirkungen der Digitalisierung auf alltägliche Kommunikationsweisen bewusster. Konstantin Mitgutsch (Comparative Media Studies) zeigte uns nicht nur Möglichkeiten der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Computerspielen, sondern ließ uns im Singapore-MIT GAMBIT Game Lab am Beispiel von „Afterland“ eigene Erfahrungen machen. 

Internationale Konferenz MiT7

Zahlreiche Highlights bot auch die dreitägige internationale Konferenz „MiT7 Unstable Platforms – The Promise and Peril of Transition“. Fragen der Instabilität, Destabilisierung und Transformation von medialen Plattformen standen dabei im Mittelpunkt der Veranstaltung, auf der über 175 Vorträge von Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus 24 Nationen präsentiert wurden. In den Diskussionen und Vorträgen kamen zahlreiche technische und didaktische, aber auch wirtschaftliche und politische Aspekte zur Sprache. Von Innsbrucker Seite gab es gleich mehrere Beiträge. Theo Hug, Claudia Schwarz und Wolfgang Sützl referierten in der Panel-Session „Critical Media Interventions in the Age of Biopower”. Heike Ortner und Verena Fuchsberger, zwei Exkursionsteilnehmerinnen, hielten Vorträge zu ihren Forschungsgebieten im Bereich linguistische Emotionsforschung sowie Ambient Assisted Living (AAL) und Mensch-Maschine-Interaktion. Neben fachlichen Anregungen und Inputs bot die Exkursion die Möglichkeit, Einblicke in eine andere Wissenschaftskultur zu erhalten und sich mit Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Fachdisziplinen und mit unterschiedlicher institutioneller Verortung zu vernetzen. Kontakte, die für uns auch weiterhin universitär wie beruflich eine wichtige Bedeutung haben können.

Abgerundet wurde das Programm mit Führungen durch das MIT und den Harvard Campus sowie mit einer Stadtführung durch den historischen Kern von Boston (mit Claudia Schwarz vom Institut für Amerikastudien), dem Besuch des Museums of Science, einem Vortrag beim Askwith Education Forum in Harvard, einem Treffen der Harvard-MIT-Yale Cyberscholar Working Group, der Teilnahme an einem Workshop an der Harvard School of Education zum Thema „Educational Innovation and Social Enterpreneurship“, Besuch der MIT $100K Competition (einem Business-Plan-Wettbewerb von MIT-Studierenden) und der Teilnahme an einem Konzert der MIT Logarythms. Am freien Tag besuchten wir in Kleingruppen New York, Cape Cod und Rhode Island.

Hoher Stellenwert der Praxis

Die Exkursion verdeutlichte den Studierenden der Universität Innsbruck, welch hohen Stellenwert der Praxisbezug in der US-amerikanischen Wissenschaft hat. Für uns alle war es sehr bereichernd, einen kleinen Einblick in zwei sehr renommierte Universitäten und deren unterschiedliche Wissenschaftskulturen zu bekommen. Das Zusammentreffen mit unterschiedlichsten Menschen, die uns durch ihr Wissen, Engagement und Interesse zum Nachdenken, Weiterdenken, Überdenken und zu Kreativität anregten, war für uns alle ein Highlight in unserem Studium.

(Johanna Mihevc, Madeleine Hager, Stefanie King,
Carina Fink, Michaela Rizzolli, Heike Ortner und Daniel Braito)