Engere Kooperation der Uni Innsbruck mit chilenischen Universitäten

Bei einem Besuch in Chile Ende Mai hat Vizerektor Wolfgang Meixner eine intensivere Zusammenarbeit mit chilenischen Universitäten besiegelt. Er war Teil einer Wissenschafts-Delegation aus Österreich, die vom Generalsekretär des Wissenschaftsministeriums, Friedrich Faulhammer, angeführt wurde.
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Bild: Der Innsbrucker Vizerektor für Personal Wolfgang Meixner bei Unterzeichnung eines Kooperationsabkommens mit dem Vizerektor für Forschung und Entwicklung der Universidad de Chile, Miguel O'Ryan Gallardo.

Österreichs Universitäten arbeiten in Zukunft noch enger mit chilenischen Hochschulen zusammen: Bei einem Besuch einer österreichischen Wissenschafts-Delegation in Chile Ende Mai wurde ein Memorandum of Understanding zwischen den beiden Ländern unterzeichnet. Das soll die gemeinsame Forschung an wissenschaftlichen Projekten, aber auch den Studierenden- und Forschenden-Austausch erleichtern. Die Universität Innsbruck ist hier führend mit dabei.

Innsbruck führend

Vizerektor Wolfgang Meixner, der als Innsbrucker Vertreter Teil der Delegation war, hat in Santiago de Chile jeweils ein Kooperationsabkommen mit der Universidad de Chile, der ältesten staatlichen Uni des Landes, und der Universidad Diego Portales, einer der führenden Privatunis Chiles, unterzeichnet. Neben der Uni Innsbruck kooperieren derzeit zehn österreichische Universitäten und acht Fachhochschulen mit chilenischen Einrichtungen.

Erste konkrete Kooperationsprojekte sind bereits in Planung: Chilenische und Innsbrucker Gletscherforscher werden gemeinsam am Problem schwindender Gletscher forschen – ein Forschungsgebiet, bei dem die chilenischen Anden ein genauso großes Betätigungsfeld bieten wie die österreichischen Alpen. Auch in den Geistes- und Sozialwissenschaften sowie in den Technischen Wissenschaften gibt es von Seiten Chiles Interesse an einer Zusammenarbeit.

Astronomie

Im chilenisch-österreichischen Abkommen wird außerdem explizit die Zusammenarbeit in der Astronomie genannt. Beide Länder sind Mitglied in der Astronomie-Organisation ESO (Europäische Südsternwarte). Die ESO betreibt an mehreren chilenischen Orten hochentwickelte Teleskope, Chile stehen dabei als Gastland zehn Prozent der Beobachtungszeit zu. Kooperationen mit chilenischen Astronomen gelten deshalb als attraktiv und sollen helfen, die Möglichkeiten der ESO besser zu nutzen.

Auch hier sind Innsbrucker Forscher bereits seit Jahren erfolgreich mit ihrer Forschungsleistung beteiligt, wie Prof. Sabine Schindler, Leiterin des Instituts für Astro- und Teilchenphysik an der Uni Innsbruck, in einer Präsentation in Chile betonte: Selbst unter den in der chilenischen Wüste idealen Bedingungen gibt es störende Einflüsse, die die Beobachtung des Weltalls erschweren. Ein Beispiel dafür ist das Mondlicht: Je nach Mondphase gelangt mehr oder weniger an der Mondoberfläche reflektiertes Sonnenlicht in das Teleskop. Darüber hinaus wird an kleineren Staubpartikeln in unserem Sonnensystem ebenfalls Licht von der Sonne gestreut. Es gibt auch noch andere Komponenten, die vorwiegend Wärmestrahlung (im infraroten Bereich) aussenden – auch ein Strahlungsbereich, der sehr wichtig für Astronomen ist. Um trotzdem zuverlässige Aussagen über das Universum aus den Beobachtungsdaten extrahieren zu können, müssen alle diese sehr vielfältigen und unterschiedlichen Einflüsse berücksichtigt werden. An der Universität Innsbruck arbeitet daher ein Team an der Modellierung dieser Einflüsse: Die Einflüsse von Jahreszeit, vom Ort auf der Erde, klimatischen und meteorologischen Bedingungen und von vielen anderen Faktoren führen zu sehr komplexen Modellen. Nach Fertigstellung der Modelle werden sie an die Europäische Südsternwarte geliefert.

(sh)

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