Germanist Alfred Doppler feierte 90er

Der 90. Geburtstag von em. Univ.-Prof. Dr. Alfred Doppler wurde im Rahmen der Mitarbeiterkonferenz der Historisch-kritischen Stifter-Ausgabe gefeiert.
Alfred Doppler
Bild: Em.Univ.-Prof. Dr. Alfred Doppler feierte kürzlich seinen 90. Geburtstag. (Archivbild)

Die jährlich stattfindende Arbeitskonferenz der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Historisch-kritischen Gesamtausgabe der Werke und Briefe Adalbert Stifters hat in diesem Jahr am 16./17. Juni 2011 an der Universität Innsbruck stattgefunden. Grund dafür war unter anderem, dass em. Univ.-Prof. Dr. Alfred Doppler, der von 1971 bis 1991 als Ordinarius für „Österreichische Literaturgeschichte und Allgemeine Literaturwissenschaft“ am Institut für Germanistik gewirkt hat, am 12. Juni 2011 seinen 90. Geburtstag gefeiert hat. Prof. Doppler ist seit Mitte der 1970er Jahre kontinuierlich und in engagierter Weise einer der beiden Hauptherausgeber der Stifter-Ausgabe und hat sie auch in der Forschung der Innsbrucker Germanistik fest verankert.

Von den 28 bisher erschienenen Bänden wurden die Bände 5,1-5,5, die den Text von Stifters historischem Roman „Witiko“ sowie den dazugehörigen Apparat und Kommentar enthalten, von Alfred Doppler gemeinsam mit Wolfgang Wiesmüller herausgegeben. Werner M. Bauer hat in den Bänden 8,1-8,3 Stifters Schriften zu Literatur und Theater sowie zu Politik und Bildung ediert und kommentiert. In der Abteilung Briefe, an der derzeit gearbeitet wird, werden Wolfgang Hackl und Wolfgang Wiesmüller den Band 11,4 (Briefe von Stifter 1859-1862) herausgeben. Seit 1986 hat die Redaktion der Stifter-Ausgabe, die im Kohlhammer Verlag erscheint, ihren Sitz in der Kommission für Neuere deutsche Literatur bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.

Deshalb hat auch ein Mitglied dieser Kommission bei der Feier des 90. Geburtstages von Prof. Doppler am 16. Juni 2011 in der Claudiana den Festvortrag gehalten, nämlich der Münchner Germanist Univ.-Prof. Dr. Christian Begemann. Als renommierter Stifter-Forscher ist er in seinem Vortrag „Adalbert Stifters Entdeckung des Unbewussten“ nachgegangen. Dabei hat er einerseits die Aspekte des Unbewussten bei Stifter einer bedeutungs- und diskursgeschichtlichen Betrachtung unterzogen und andererseits anhand einer detaillierten Analyse seiner Erzählung „Die drei Schmiede ihres Schicksals“ gezeigt, dass Stifter bereits bestimmte Formen der Verdrängung und deren Folgen poetisch gestaltet hat, wie sie später Freud in seiner Psychoanalyse wissenschaftlich zu fassen versucht hat. Eine Lesung von Günter Gräfenberg aus Stifters „Die Mappe meines Urgroßvaters“, deren 4. Fassung in der Stifter-Ausgabe erstmals als Lesetext ediert wurde, rundete die Feier ab. Im Anschluss gab es bei einem Buffet Gelegenheit, auf den Jubilar das Glas zu erheben.

(Wolfgang Wiesmüller)

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