Passivhaus weltweit auf Siegeszug

Ende Mai fand in Innsbruck die 15. Internationale Passivhaustagung statt, Veranstalter waren das Passivhaus Institut, das Land Tirol und die Universität Innsbruck. 80 Tagungs- und Posterbeiträge und die ingesamt rund 1.200 Teilnehmer aus aller Welt zeigen die zunehmende Bedeutung des Passivhausbaus.
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Bild: Der wissenschaftliche Organisator Prof. Wolfgang Feist von der Universität Innsbruck bei einem seiner Vorträge.

Die 15. Internationale Passivhaustagung kann nach einem wahren Mammutprogramm mit Fug und Recht als die weltweit größte Tagung zum Thema energieeffizienten Bauen bezeichnet werden. Von den rund 1.200 Kongressteilnehmern aus 50 Ländern kam die Hälfte aus nicht-deutschsprachigen Ländern. Allen bot sich das bisher umfangreichste Tagungsprogramm, das je bei einer Passivhaustagung präsentiert wurde. Bereits am 25. Mai fand für über 80 internationale „Passivhaus-Einsteiger“ ein Basic Passivhaus-Seminar in englischer Sprache an der Baufakultät in Innsbruck statt. Am 26. und 29. Mai fanden insgesamt neun Passivhaus-Exkursionen für rund 450 Teilnehmer statt, um das in den vielen Referaten Gehörte auch im wahrsten Sinne des Wortes selbst begreifen zu können. Dazu zählten auch Spezialexkursionen, wie die Besichtigung von öffentlichen Gebäuden mit Passivhausstandard für die Stadtverwaltung von Oslo, oder die Besichtigung der weltweit größten Passivhaus-Wohnhausanlagen Lodenareal und O3 Olympiadorf in Innsbruck mit einer südkoreanischen Gruppe und einer russischen Delegation mit Mitgliedern der russischen Staatsduma.

Von 27. bis 28. Mai tagte der eigentliche Kongress mit 80 Tagungs- und Posterbeiträgen aus aller Welt. Parallel zum Kongress stellten knapp 100 Aussteller ausschließlich Passivhaus-Produkte und –systeme aus. In dieser frei zugängigen Ausstellung wurden im Herstellerforum weitere 38 Vorträge über Passivhaus-Komponenten präsentiert. Und schließlich stellten sich noch zehn der mittlerweile 27 Passivhaus-Leuchtturmregionen vor: Brüssel, Oslo, Alta Valtellina in Italien, Frankfurt, Hannover, Nürnberg, Vorarlberg, Niederösterreich, Wien und Wels. Sie zeigten die erfolgreiche politische Umsetzung in ihren Regionen im Rahmen von Passivhaus-Deklarationen für den eigenen Wirkungsbereich. Ein kostenloses Handwerkerforum bot zudem dem Gewerbe die Gelegenheit, sich über die Qualitätsansprüche und Detailausbildungen zu informieren. Damit das Mammutprogramm erfolgreich abgewickelt werden konnte, standen alleine vom Hauptveranstalter Passivhaus Institut 50 Mitarbeiter im Dauereinsatz.

Passivhaus in Tirol verpflichtend ab 2012

Für LH-Stv. Hannes Gschwentner von der SPÖ ist es als Wohnbau- und Umwelt-Landesrat Tirols eindeutig: „Am Passivhaus führt kein Weg mehr vorbei. Das ist nicht nur ein wichtiger Beitrag für das Energiesparen, sondern auch zum Erreichen der Klimaschutzziele. Tirol entwickelt sich zum Mekka des Passivhauses. Auch Dank der Professur von Dr. Feist in Innsbruck. Die Entwicklung des Passivhauses hat in Tirol nach einer langen Durststrecke nun eine rasante Entwicklung genommen. Waren es 2009 nur zwei Prozent und 2010 schon zehn Prozent, werden es 2011 bereits über 50 Prozent aller Neubauwohnungen sein, die auch den Komfort eines Passivhauses bieten. Die Wohnbauförderung sei ein wichtiges Steuerungselement dafür, daher werden ab 2012 nur noch Passivhäuser  in Tirol gefördert“. Damit wird Tirol das zweite österreichische Bundesland nach Vorarlberg (2007) sein, das erfolgreich den Passivhaus-Standard für alle geförderten Mehrfamilienhäuser eingeführt hat. Veranstalter der 15. Internationalen Passivhaustagung waren das Passivhaus Institut, das Land Tirol und die Universität Innsbruck.

(Ana Krause, Günter Lang)

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