Österreichische Akademie wählte neue Mitglieder

Heute, Mittwoch, heißt die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) im Rahmen eines Festaktes in Wien ihre neuen Mitglieder willkommen. Von der Universität Innsbruck wurde der Chemiker Ronald Micura zum wirklichen Mitglied gewählt. Die Innsbrucker Physik stellt mit Francesca Ferlaino und Gregor Weihs zwei neue Mitglieder der Jungen Kurie.
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Bild: Die neue Innsbrucker ÖAW-Mitglieder: Gregor Weihs, Francesca Ferlaino und Roland Micura.

Bei der jährlichen Wahlsitzung hat die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) vor kurzem renommierte Forscherinnen und Forscher aus dem In- und Ausland als wirkliche und korrespondierende Mitglieder, als Ehrenmitglieder sowie Mitglieder der Jungen Kurie aufgenommen. Die Dekrete werden den neuen ÖAW-Mitgliedern im Rahmen der Feierlichen Sitzung heute in Wien in Anwesenheit von Bundespräsident Heinz Fischer überreicht.

Den Geheimnissen der RNA auf der Spur

Ronald Micura wurde 1970 in Linz geboren und studierte Wirtschaftsingenieurwesen-Technische Chemie an der Universität Linz. Von 1996 bis 1999 arbeitete er als Erwin-Schrödinger-Stipendiat an der ETH Zürich und am Skaggs Institute of Chemical Biology des Scripps Research Institute in San Diego. 2004 wurde Micura Professor für Organische Chemie an der Universität Innsbruck. Ronald Micura erhielt 2003 den Novartis-Preis für Chemie und 2005 den Ignaz L. Lieben Award der ÖAW. In seinen Forschungsarbeiten beschäftigt er sich mit der chemischen Biologie von Nukleinsäuren. Im Besonderen gilt sein Interesse der Erforschung der Einflüsse von modifizierten Nukleosiden, den Grundbausteinen der Nukleinsäuren, auf die Struktur und Funktion von Ribonukleinsäuren (RNA). Dabei entstandene innovative RNA-Synthesemethoden sind zum Beispiel für die Entwicklung von Nukleinsäure-Therapeutika von Bedeutung.

Erfolgreiche Experimentalphysik

Die beiden neuen Innsbrucker Mitglieder der Jungen Kurie wurde beide im Vorjahr mit einem Starting Grant des Europäischen Forschungsrates (ERC) ausgezeichnet. Francesca Ferlaino wurde 1977 in Neapel, Italien, geboren. Sie hat an der dortigen Universität Physik studiert und an der International School of Advanced Studies (ISAS) in Triest eine Masterarbeit abgeschlossen. Das Doktoratsstudium absolvierte Ferlaino an der Universität Florenz und dem dortigen European Laboratory for Non-Linear Spectroscopy (LENS). 2006 kam sie als Gastwissenschaftlerin in die Forschungsgruppe von Wittgenstein-Preisträger Rudolf Grimm nach Innsbruck und arbeitet seit 2009 als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Experimentalphysik der Universität Innsbruck. 2009 erhielt Francesca Ferlaino bereits den START-Preis, Österreichs höchste Auszeichnung für Nachwuchswissenschaftler. Gregor Weihs wurde 1971 in Innsbruck geboren. Er hat an der Universität Innsbruck Physik studiert und hier in der Forschungsgruppe von Anton Zeilinger seine wissenschaftliche Laufbahn begonnen. Nach der Promotion unter den Auspizien des Bundespräsidenten im Jahr 2000 an der Universität Wien ging er 2001 an die Stanford University in Kalifornien. Gleichzeitig war er auch an der Universität Tokio tätig. 2005 wechselte Weihs an die University of Waterloo in Kanada und folgte schließlich 2008 dem Ruf an die Universität Innsbruck.

(Christian Flatz)

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