DocTeam für Forschungszentrum HiMAT

Mit einem Projekt zur Erforschung des prähistorischen und historischen Bergbaus in Kitzbühel konnten drei Doktorandinnen und ein Doktorand erstmals ein DocTeam-Stipendium der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) für die Universität Innsbruck einwerben.
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Bild: Die Kelchalm, eines der Bergbaugebiete im Raum Kitzbühel, das von den Nachwuchsforscher untersucht wird.

Das Forschungsprojekt wird in den nächsten drei Jahren eine räumliche und zeitliche Rekonstruktion des ehemaligen Bergbaureviers Kitzbühel vornehmen. Besonderer Wert liegt dabei auf der interdisziplinären Zusammenarbeit der vier Doktoranden, der Einbindung in das Netzwerk des Forschungszentrums HiMAT und dem innovativen Einsatz eines Datenmanagements zur Qualitätssicherung.

Das DocTeam besteht aus vier Doktorandinnen und Doktoranden: Thomas Koch-Waldner wird sich am Institut für Archäologien mit dem prähistorischen Bergbau in Kitzbühel beschäftigen und durch Geländeprospektionen und Ausgrabungen die Struktur des Bergbaureviers mit Abbauplätzen, Verhüttungsanlagen und den dazugehörigen Siedlungen aufklären. Anita Haid am Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie wird von historischer Seite die Bestände des Kitzbüheler Archivs aufarbeiten und Erkenntnisse zum Bergbau im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit zutage fördern.

Barbara Viehweider am Institut für Botanik wird durch Pollenanalysen und geochemische Auswertungen dazu beitragen, Bergbauphasen zu identifizieren und zu datieren, sowie vor allem über Auswertungen der zeitlichen Veränderung in der Vegetationszusammensetzung Vergleiche zwischen prähistorischem und mittelalterlichem Bergbau zu ermöglichen. Dies hängt mit dem großen Bedarf an Holz für den Bergbau als Baumaterial, Brennstoff und zur Produktion von Holzkohle zusammen.

Anja Masur wird am Arbeitsbereich Vermessung und Geoinformation einen besonders innovativen Teil der Studie durchführen. Sie wird alle Daten der anderen Stipendiaten in einer Datenbank zusammenführen und mit Hilfe eines Geografischen Informationssystems (GIS) räumlich darstellen. Mithin steht für das gesamte Team ein Werkzeug zur Auswertung zur Verfügung, dass die Beantwortung von disziplinübergreifenden Fragestellungen erst möglich macht. Dabei wird die auch bei HiMAT bereits zur Anwendung kommende Ontologie CIDOC-CRM verwendet, die jedoch im Rahmen der Doktorarbeit von Anja Masur noch weiter für interdisziplinäre Projekte angepasst wird. Dabei soll auch der Mehrwert gegenüber einer einfachen Datenbank untersucht und bewertet werden.

Die Ergebnisse, die durch dieses Projekt zu erwarten sind, werden wesentlich dazu beitragen, die Entwicklung der Montanlandschaft der Ostalpen und Muster von Aufstieg, Blüte und Niedergang von Bergbaurevieren und deren nachhaltigen Einfluss auf Umwelt und Gesellschaft besser zu verstehen. Als internationaler Kooperationspartner für das DocTeam konnte das renommierte Deutsche Bergbau-Museum in Bochum gewonnen werden, das über die Betreuung durch das Forschungszentrum HiMAT hinaus mit erfahrenen Experten und methodischen Ressourcen den vier Doktoranden zur Seite steht.

(Mario Prast)

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