Clemens-Holzmeister-Buch im Bürgersaal präsentiert

Clemens Holzmeister, Tiroler Architekt und Planer eines beträchtlichen Teils der türkischen Hauptstadt Ankara, wäre am 27. März 125 Jahre alt geworden. Zu diesem Anlass wurde ein neues Buch über sein Schaffen präsentiert.
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Bild: Die AutorInnen Horst Hambrusch, Joachim Moroder und Barbara Humpeler mit Vizerektor Tilmann Märk

Am 27. März wäre Clemens Holzmeister (27.3.1886 – 12.6.1983), Architekt zwischen Tradition und Moderne, 125 Jahre alt geworden. Zu diesem Anlass konnten die Forschungsarbeiten Horst Hambruschs, Barbara Humpelers und Joachim Moroders über die Bauten im Regierungsviertel von Ankara abgeschlossen und das Buch „Clemens Holzmeister – Ankara, eine Hauptstadt für die neue Türkei“ bei innsbruck university press herausgegeben werden. Die Hauptinitiative zu dieser Forschungsarbeit ist 2002 von Guido Holzmeister ausgegangen, dessen ausdrücklicher Wunsch es war, das Gedenken an seinen Vater wach zu halten und vor allem die Bauten im Regierungsviertel von Ankara genauer zu untersuchen und zu dokumentieren.

Vergleichende Untersuchung

Der nächste Schritt war die Teilnahme am Clemens-Holzmeister-Symposion 2003 in Istanbul und Ankara. Im Rahmen der Exkursion in das Regierungsviertel von Ankara konnten von Jörg Moser die neuesten Farbaufnahmen zu Material, Struktur und Oberfläche der Einzelbauten gemacht werden. So war es möglich, das bestehende Schwarz-Weiß-Material von Julius Scherb durch Innenaufnahmen zu ergänzen und dem aktuellen Bestand gegenüberzustellen.

Der Bildband untersucht nun erstmals vergleichend die Bauten des Tiroler Architekten im Regierungsviertel von Ankara und macht diese einem breiteren Publikum zugänglich. Denn dass Holzmeister so viele Bauten in Ankara geplant hat, war bislang nur wenigen bekannt, wie Vizerektor Märk in seiner Würdigung betonte.  Holzmeister baute 1927 mit dem Verteidigungsministerium den ersten Regierungsbau für die durch Kemal Atatürk 1923 gegründete Neue Türkei. Es folgten zahlreiche Aufträge für weitere Regierungsbauten, und als größte Bauaufgabe 1938 das Parlament – die „Große Türkische Nationalversammlung“. Insbesondere das Palais Atatürk, der Sitz des Staatspräsidenten, ist ein Beispiel der Symbiose von neuer Architektur und regionalem Bauen und somit von herausragender kulturpolitischer Bedeutung. Für die Neue Türkei waren die von Clemens Holzmeister geplanten Regierungsbauten die Bausteine für die Zukunft und die Öffnung eines orientalischen Landes zum Westen und zu Europa.

(Birgit Holzner)

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