In den Fußstapfen Maria Ducias

Am 7. März überreichte Landtagsabgeordnete Gabi Schiessling zum 3. Mal den mit 1500 Euro dotierten Maria Ducia Frauenforschungspreis. Die heurige Preisträgerin Mag.a Julia Girardi wurde für ihr Dissertationskonzept über Büroräume als Bühne für Geschlechterkonstruktionen ausgezeichnet.
Maria Ducia Preis 2011
Bild: V.l.: Ida Wander (Direktorin der Wiener Städtischen), Preisträgerin Julia Girardi, Landtagsabgeordnete Gabi Schiessling und Jurorin Heike Welte.

Julia Girardi befasst sich in ihrer architektur-soziologischen Dissertation mit der Architektur von Büroräumen in Verbindung mit der Konstruktion von Geschlechterrollen. „Mich beschäftigt grundsätzlich die Frage, welche Werte und Hierarchien Architektur schafft. Die Geschlechterperspektive ist dabei besonders interessant und fruchtbar, insbesondere in einer Branche, in der wir es nur mit Bauherren zu tun haben“, erläuterte die Preisträgerin Mag.a Julia Girardi bei der Vorstellung ihrer Arbeit. Das Konzept von Girardis Dissertation hat die Jury unter der Leitung von Prof.in Heike Welte von der Universität Innsbruck durch ihren Neuigkeitswert und ihre interdisziplinäre Ausrichtung überzeugt. „Das Thema ist so gut wie gar nicht beforscht. Es handelt sich um ein sowohl wissenschaftlich als auch gesellschaftlich hoch relevantes Thema im Spannungsfeld zwischen Architektur und Sozialwissenschaften“, sagt Welte.

Aufmerksamkeit für Frauenforschung

Benannt nach der bekannten Tiroler Frauenrechtspionierin und Sozialdemokratin Maria Ducia, fördert der Frauenforschungspreis Abschlussarbeiten, die sich mit historischen, politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen in Österreich oder Tirol aus einer feministischen beziehungsweise frauenspezifischen Perspektive beschäftigen. Er wurde 2007 auf Initiative des SPÖ-Landtagsklubs ins Leben gerufen und wird seit seiner Gründung vom Büro für Gleichstellung und Gender Studies der Universität Innsbruck mitgetragen und mitorganisiert. Gestiftet wird er von der Wiener Städtischen Allgemeinen Versicherung. „Der Maria Ducia Frauenforschungspreis trägt dazu bei, eine gebührende öffentliche Aufmerksamkeit für Frauen- und Geschlechterforschung zu schaffen“, betonte Koordinatorin Dr.in Alexandra Weiss vom Büro für Gleichstellung und Gender Studies. „Maria Ducia war eine Vorkämpferin für die Rechte der Frauen. Mit dem heute zum dritten Mal verliehenen Preis wollen wir ihren Weg fortsetzen, der noch lange nicht zu Ende ist“, sagte Landtagsabgeordnete Gabi Schiessling in ihrer Ansprache im Rahmen des Festaktes, in der sie sich insbesondere bei der anwesenden Direktorin der Wiener Städtischen Versicherung, Ida Wander, bedankte.

Die Preisträgerin

Julia Girardi, geboren 1980 in Graz, studierte Skandinavistik, Erziehungswissenschaft und Psychologie in Wien und Schweden. Sie forschte zwei Jahre am Institut für Höhere Studien in Wien und war als wissenschaftliche Mitarbeiterin an Technischen Universität Wien sowie an der Donau Universität Krems tätig. Seit 2007 ist sie Angestellte und Projektleiterin bei der NGO WAVE – Women Against Violence Europe. Darüber hinaus arbeitet die berufstätige Mutter an ihrer Doktorarbeit an der Universität Wien und der TU Wien.

(Eva Fessler)