Prof. Josef Christian Aigner im ORF-Interview

Der Fall des zu Tode misshandelten Buben Cain schlägt seit geraumer Zeit hohe Wellen. Am 30. Jänner war Prof. Josef Christian Aigner vom Institut für Psychosoziale Intervention und Kommunikationsforschung (PsyKo) beim ORF Vorarlberg im wöchentlichen „Samstaginterview“ zu Gast und wurde zu dem Fall und den öffentlichen Reaktionen interviewt.
Josef Christian Aigner
Bild: Prof. Josef Christian Aigner ist Vorstand des Instituts für Psychosoziale Intervention und Kommunikationsforschung an der Universität Innsbruck.

Der Fall des zu Tode misshandelten dreijährigen Buben Cain hat in ganz Österreich große Bestürzung ausgelöst. In letzter Zeit mehren sich aber auch Äußerungen blanken Hasses, die sich gegen den mutmaßlichen Täter richten und die hauptsächlich, aber nicht nur in Online-Foren zu finden sind.

„Letztlich begeben sich diese Leute auf eine Stufe mit dem Täter, weil sie auch zu Rache aufrufen und Lynchjustiz wollen“, führt Prof. Aigner im Interview mit dem ORF aus. Der mutmaßliche Täter ist Ausländer und bezieht Frühpension, hier bündelten sich laut Prof. Aigner „alle Sündenbockmechanismen, die die rechten Parteien, insbesondere die Freiheitliche Partei, seit Jahren unter die Leute bringt“.

Sensibilisierung sei beim Thema Misshandlung enorm wichtig. „Wir wissen aus anderen Ländern, dass allein schon das Wissen darum, dass Kinder nicht geschlagen werden dürfen, zu einem Impulsstopp bei vielen Erwachsenen führt.“ Viele Erwachsene wüssten gar nicht um dieses gesetzliche Verbot, hier müsse mehr in Aufklärungsarbeit investieren werden, fordert Prof. Aigner im ORF-Interview.

(sh)

Nach oben scrollen