VinoLingua: Von Brüssel bis in die Claudiana

Kaum von ihrer Exkursion nach Brüssel zur EU und zum Europäischen Parlament heimgekehrt, stürzen sich die Studierenden des romanistischen Projektseminars „EU-Projekt: VinoLingua“ in die letzten Vorbereitungen ihres Schlussevents unter dem Motto „Wein spricht alle Sprachen“, das am Donnerstag mit Filmvorführung, Weinverkostung und Buffet in der Claudiana stattfindet.
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Bild: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Exkursion nach Brüssel.

VinoLingua ist ein EU-Projekt der Universität Innsbruck gemeinsam mit zehn Partnern aus vier Ländern (Weinbauregionen Südtirol, Wachau, Toskana, Burgund und Zamora), das Sprachlehrmaterialien für Weinbauern und -bäuerinnen erarbeitet. Prof. Eva Lavric und Dr. Angelo Pagliardini vom Institut für Romanistik begleiten VinoLingua nun schon im zweiten Semester mit einem Projektseminar, das die Studierenden systematisch am Projektverlauf teilhaben lässt. Neben Knochenarbeit wie dem Sammeln, Einscannen und Transkribieren von Dokumenten sind auch die kreativen Fähigkeiten der TeilnehmerInnen gefragt, wenn sie Pressetexte entwerfen, einen Projektfilm drehen oder Übungen und Lektionen für die Projektsprachen Deutsch, Französisch, Italienisch und Spanisch entwerfen.

Wichtig für die berufliche Zukunft der Studierenden ist vor allem, dass sie Einblick in das Funktionieren eines multilateralen EU-Projekts erhalten. Dazu gehört es auch, die Europäische Union, ihre Förderprogramme und ihr Funktionieren gewissermaßen „von innen“ kennenzulernen.

Auf Einladung der Grün-Abgeordneten Dr. Eva Lichtenberger sowie ihrer Assistentin Dr. Doris Dialer – beides Tirolerinnen und Uni Innsbruck-Absolventinnen – fuhr die Projektgruppe diese Woche auf eine gänzlich von den Studierenden selbst organisierte und von der EU finanzierte Exkursion zu den Europäischen Institutionen nach Brüssel.

Die sehr interessierte und gut vorbereitete Gruppe, die auch die Videokamera immer dabei hatte, besuchte unter anderem das Tirol-Büro (Vertretung der Europaregion Tirol - Südtirol - Trentino, Begrüßung: Dr. Florian Mast) sowie die Ständige Vertretung Österreichs bei der EU (Vortrag: Botschaftsrätin Mag. Mirjam Rinderer) und lauschte Vorträgen über das Lifelong-Learning-Förderprogramm (Erasmus Project Manager Dr. Martin Frewer), dem VinoLingua angehört, über die Wissenschaftsförderung der EU (Attaché Mag. Martin Schmid) und die vielfältige und schwierige Tätigkeit der österreichischen VertreterInnen in Brüssel. Sie führte ein intensives Gespräch mit Dr. Pavol Krempasky, jenem EU-Beamten, der in der sogenannten „Executive Agency“ als persönlicher Ansprechpartner für das VinoLingua-Projekt fungiert – und der überhaupt nicht trocken oder beamtisch, sondern erfrischend konkret, humorvoll und sympathisch von der Begleitung eines EU-Projekts aus der Sicht des Fördergebers berichtete.

Höhepunkt der Exkursion war der Besuch des Europäischen Parlaments, das eindrucksvoll, aber vergleichsweise leer war – hielten sich doch die Abgeordneten just in dieser Woche alle in Straßburg auf. Gebannt lauschten die Innsbrucker RomanistInnen den Ausführungen von Dr. Doris Dialer, die das tägliche Funktionieren der Parlaments- und Lobbyingarbeit beschrieb und die Gruppe bis in den Trakt mit den (erstaunlich kleinen) persönlichen Büros der Abgeordneten führte. Sie beschrieb ihren persönlichen Werdegang und ihre spannende berufliche Tätigkeit mit einer solchen Begeisterung, dass sich mindestens 80% der ZuhörerInnen fest vornahmen, sich demnächst für ein Praktikum bei der Europäischen Union zu bewerben.

Am Abend führte der in Brüssel ansässige Dichter Serge Van Duijnhoven die InnsbruckerInnen in die Geheimnisse und Geschichten rund um die belgische Hauptstadt ein – eine unkonventionelle Tour, die schließlich in genau jenem urigen Bierlokal endete, in dem vor einem Jahrhundert im Kreis um Magritte der Surrealismus erfunden wurde.

Kaum aus Brüssel zurückgekehrt, organisiert die VinoLingua-Projektseminar-Gruppe nun das Schlussevent des laufenden Semesters, dessen Programm, unter dem Titel „Wein spricht alle Sprachen“, neben einem kurzen Vortrag über das Projekt und der Vorführung des selbstgedrehten Kurzfilms vor allem eine Weinverkostung mit Vertretern zweier Tiroler Kellereien sowie mit einem Sommelier aus der Weinbauschule Krems, einem VinoLingua-Projektpartner, umfasst. Dass dem zahlreich zu erwartenden Publikum zum Wein auch kulinarische Genüsse serviert werden, dafür sorgen die Sponsoren: die Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät, das Büro für Südtirolagenden, der Frankreich-Schwerpunkt und das Italien-Zentrum der Uni Innsbruck, Hypo Tirol Versicherungsmakler GmbH, Wagnersche Universitätsbuchhandlung, Sektkellerei Arunda – Vivaldi, Institut français d’Innsbruck, Weinkellerei Meraner und das Land Vorarlberg.

Bitte, notieren Sie: Donnerstag, 27. Jänner 2011, 19:00h – 21:00h, Claudiana.

Zum Wohl! Santé! Salute! ¡Salud!

(Eva Lavric)

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