Werkstattgespräch der Abteilung für Sondersammlungen

Aus Anlass der Neueröffnung des Lesesaals der Abteilung für Sondersammlungen luden der Direktor der Universitäts- und Landesbibliothek für Tirol und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung für Sondersammlungen am 14. Dezember 2010 zu einem „Werkstattgespräch“, bei dem aktuelle Projekte an der Abteilung für Sondersammlungen vorgestellt wurden.
Werkstattgespräch ULB
Bild: Hofrat Dr. Walter Neuhauser mit den Herausgebern des überreichten Sammelbandes, Mag. Peter Zerlauth und MMag. Claudia Schretter

Dr. Lav Šubarić (Institut für Sprachen und Literaturen, Abt. Latinistik) und Dr. Alexandra Ohlenschläger (Projekt: Katalog der Handschriften der Universitäts- und Landesbibliothek für Tirol) präsentierten das vom Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung finanzierte Projekt zur Erschließung der mittelalterlichen Handschriften der Bibliothek der Serviten an der Universitäts- und Landesbibliothek für Tirol und legten dabei den Fokus auf die Salzburgische Predigtsammlung Cod. Serv. I b 63.

Andreas Bechter (ULB Tirol, Abt. für Digitalisierung und elektr. Archivierung) stellte das von der Abteilung für Digitalisierung und elektronische Archivierung gemeinsam mit der Abteilung für Sondersammlungen initiierte Projekt zum Aufbau der digitalen Handschriftenbibliothek der Universitäts- und Landesbibliothek für Tirol sowie den dafür eigens angeschafften objektschonenden Kameratisch für die Digitalisierung empfindlichen Buchgutes vor.

Christina Franke (Kollegstufenbibliothek Theresia-Gehardinger-Gymnasium am Anger, München), Mag. Christina Hametner-Gruber (Amt für Bibliotheken und Lesen, Bozen) und Susanne Luger (ULB Tirol, Abt. Ausleihe), alle drei Teilnehmerinnen des Universitätslehrgangs „Library and Information Studies“, zeigten die Ergebnisse ihrer Erschließungsarbeiten an der Exlibris-Sammlung der Universitäts- und Landesbibliothek für Tirol sowie ihre benutzerfreundliche Online-Präsentation der Sammlung auf: http://ba-ulbt-sosa.uibk.ac.at/sosa

Einblick in die demnächst online gestellte graphische Sammlung des Anton Roschmann gab Dr. Vladan Antonovič PhD (Management Center Innsbruck MCI).

Dr. Ursula Stampfer (Projekt: Katalog der Handschriften der ULB Tirol) und MMag. Claudia Schretter (ULB Tirol, Abt. für Sondersammlungen) stellten das von der Südtiroler Landesregierung geförderte und von der Philosophisch-Theologischen Hochschule Brixen in Kooperation mit der Universitäts- und Landesbibliothek für Tirol getragene Forschungsprojekt zur Erschließung der mittelalterlichen Handschriften der Stiftsbibliothek Neustift und der Priesterseminarbibliothek Brixen vor.

Hofrat Dr. Walter Neuhauser (Projektleiter: Katalog der Handschriften der ULB Tirol) und Mag. Petra Ausserlechner (Projekt: Katalog der Handschriften der ULB Tirol) informierten über den aktuellen Stand des vom Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung finanzierten Langzeitprojektes „Katalog der Handschriften der Universitäts- und Landesbibliothek für Tirol“ und erlaubten einen virtuellen Einblick in die Schatzkammer der Universitäts- und Landesbibliothek für Tirol.

Die zahlreichen interessierten Besucherinnen und Besucher hatten im Anschluss die Gelegenheit, in den neuen Räumlichkeiten der Abteilung für Sondersammlungen selten gezeigte Schätze aus den Beständen des Hauses zu sehen.

50 Jahre Einsatz für ULB

Die Veranstaltung bot auch den Rahmen, um Hofrat Dr. Walter Neuhauser für seine bislang 50jährige Tätigkeit an der Universitäts- und Landesbibliothek für Tirol zu danken. Der langjährige Leiter der Abteilung für Sondersammlungen und spätere Direktor des Hauses, Hofrat Dr. Walter Neuhauser, hat auch nach seinem Übertritt in den Ruhestand im Jahre 1998 mit großem Engagement die Projektleitung für die Erschließung der Handschriftenbestände bis heute inne. Mit heurigem Jahr blickt er daher auf einen stattlichen Zeitraum von 50 Jahren bibliothekarischer Tätigkeit an der Universitäts- und Landesbibliothek für Tirol zurück.
Die sachgerechte Aufarbeitung des umfangreichen und wertvollen Bucherbes des Hauses war Hofrat Neuhauser immer ein besonderes Anliegen. Die im Verlauf von über 260 Jahren in dieser Bibliothek aufgegangenen historischen Buchbestände zahlreicher kirchlicher und weltlicher Tiroler Bibliotheken boten ihm den idealen Ausgangspunkt für eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Fragen zur regionalen Buch- und Bibliotheksgeschichte. Die Forschungsergebnisse wurden von ihm in einer Vielzahl an Publikationen vorgelegt und verleihen ihm über Österreichs Grenzen hinweg Bekanntheit und Anerkennung.
Aus Anlass dieses 50-Jahr-Jubiläums wurde Hofrat Neuhauser im Rahmen des „Werkstattgesprächs“ der Abteilung für Sondersammlungen am 14. Dezember 2010 ein Sammelband mit Beiträgen zur Buch- und Bibliotheksgeschichte Tirols aus seiner eigenen Feder überreicht. Der von MMag. Claudia Schretter und Mag. Peter Zerlauth (Abteilung für Sondersammlungen der ULB Tirol) in der Reihe der Schlern-Schriften herausgegebene Band „In libris. Beiträge zur Buch- und Bibliotheksgeschichte Tirols“ bietet einen Querschnitt von heute oft schwer zugänglichen Aufsätzen. Sie werden damit einem breiten Leserkreis zugänglich gemacht und sollen das Interesse an einem wesentlichen Aspekt der Tiroler Kultur- und Geistesgeschichte erneut oder erstmals wecken.

Links:
Universitätsverlag Wagner
ULB - Abteilung Sondersammlungen

 

(Monika Schneider)