Lumineszenz-Fachtagung

Aus einzelnen Sandkörnern das Alter einer Bodenprobe oder eines urgeschichtlichen Fundes zu bestimmen, das ist die Stärke der Lumineszenz-Datierungsmethode. Spezialisten trafen sich jüngst im Mittelgebirge nahe Innsbruck in einem von der Uni Innsbruck organisierten Meeting....
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Bild: In Judenstein tagten LuminszenzforscherInnen

In Judenstein bei Innsbruck fand von 5. bis 7. November 2010 ein Treffen von Lumineszenz-Spezialisten aus dem deutschsprachigen Raum statt, um die jüngsten Entwicklungen auf dem Sektor der Lumineszenzdatierung zu diskutieren. Diese Datierungsmethode kann für ähnliche Fragestellungen wie die bekannte Radiokarbonmethode verwendet werden. Allerdings hat sie den entscheidenden Vorteil, dass erstens auch Proben, die keine organische Substanz enthalten altersbestimmt werden können, and zweitens deutlich weiter zurück Datierungen möglich sind: Im Normalfall bis etwa 100.000 Jahre vor heute, und unter bestimmten Voraussetzungen sogar bis 300.000 Jahre. Einzige Voraussetzung: Die Minerale Quarz oder Feldspat müssen in der Probe vorhanden sein. Die mit dieser Methode ermittelten Altersdaten sind entscheidend um nachzuvollziehen, wie sich die Landschaft in der Vergangenheit als Reaktion auf klimatische Veränderungen entwickelt hat. Auch in der Archäologie findet die Lumineszenz-Datierung mehr und mehr Eingang.

Das "Deutsche Treffen zur Lumineszenz und ESR Datierung" findet seit 1995 statt und ist eines von zwei jährlichen europäischen Treffen zu diesem Thema. Etwa 40 Fachleute aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Ungarn, und Großbritannien nahmen an der Tagung in Judenstein teil. Das wissenschaftliche Programm bestand aus 17 Vorträgen und 7 Posterbeiträgen, wobei sich die Beiträge hauptsächlich mit der rasanten technischen Entwicklung der Lumineszenz Datierung beschäftigten. An den Abenden wurden aktuelle "hot topics" im informellen Rahmen diskutiert, u.a. die Entwicklung eines neuartigen Messgerätes. Unter der Leitung von Prof. Christoph Spötl fand am Samstagnachmittag bei herrlichem Herbstwetter eine Exkursion im Gebiet der Hungerburg in Innsbruck statt.

Organisiert wurde die Tagung von Dr. Helena Rodnight, die das Lumineszenz-Datierungslabor am Institut für Geologie und Paläontologie der LFUI betreut.

 (Helena Rodnight)