2. Workshop der ‚Research Platform in Empirical and Experimental Economics’

Am 28. Oktober fand der 2. Workshop der Forschungsplattform Empirische und Experimentelle Wirtschaftsforschung an der Universität Innsbruck statt. Über 50 Teilnehmer von vier verschiedenen Forschungszentren, die zur Forschungsplattform gehören, nahmen daran teil.
: Matthias Sutter, Sprecher der Forschungsplattform, und Klaus Schmidt, Universität München
Bild: Matthias Sutter, Sprecher der Forschungsplattform, und Klaus Schmidt, Universität München

In je 2 parallel abgehaltenen Vortragsreihen wurden insgesamt 14 Vorträge von internen Forschern und Forscherinnen, ein externer Vortrag von Pedro Rey-Biel (University Autonoma Barcelona) sowie eine Keynote Speech von Klaus Schmidt (Ludwig-Maximilians-Universität München) präsentiert.

In dem insgesamt sieben Stunden dauernden Workshop wurden aktuelle Präsentationen aus den Forschungsbereichen empirische Wirtschaftsforschung, experimentelle Ökonomik und Finanzwirtschaft, Gesundheitsökonomik oder Europäische Integration vorgestellt und diskutiert. Der Workshop bot auch die Möglichkeit, die Vernetzung der Mitglieder aus den beteiligten Forschungszentren weiter zu stärken.

Keynote von Klaus Schmidt

Als Keynote Speaker konnte der renommierte Wissenschafter Klaus Schmidt von der Ludwig-Maximilians-Universität München gewonnen werden, der in einem einstündigen Vortrag sein Paper ‚You Owe Me‘ präsentierte. Klaus Schmidt entwickelte u.a. 1999 zusammen mit Ernst Fehr das Fehr-Schmidt Modell, mit dessen Hilfe die menschliche Aversion gegenüber Verteilungsungleichheiten erklärt werden kann. Dieses Modell postuliert, dass Menschen ihre Entscheidungen so treffen, dass Ungleichheiten minimiert werden, und es dient als grundlegendes Modell für viele sozialwissenschaftliche Arbeiten, wie beinahe 1000 Zitationen im SSCI dokumentieren.

Der Vortrag ‚You Owe Me‘ beschäftigte sich damit, welche Auswirkungen Geschenke von Firmen an Begünstigte – beispielsweise Präsente von Pharmakonzernen an Ärzte, bezahlte Ausflüge, teure Geschäftsessen, etc.) – haben. Das Ergebnis seiner experimentellen Studie zeigt, dass eine gesetzliche Limitierung der Größe von Geschenken kontraproduktiv sein kann, da vor allem kleine Geschenke einen signifikanten und großen Einfluss auf das Verhalten des Begünstigten (etwa in der Verschreibung von Medikamenten) haben.

(Benjamin Furlan)

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