Sprachen lernen: Kompetenzen entwickeln – Performanzen (über)prüfen

Das Innsbrucker Modell der Fremdsprachendidaktik, IMoF, am Arbeitsbereich Didaktik der Sprachen der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät hat in Kooperation mit der Österreichischen Gesellschaft für Sprachendidaktik, ÖGSD, deren 5. Wissenschaftliche Tagung durchgeführt.
Ass.-Prof. Mag.Dr. Barbara Hinger vom IMoF begrüßte die Anwesenden bei der Tagung.
Bild: Ass.-Prof. Mag.Dr. Barbara Hinger vom IMoF begrüßte die Anwesenden bei der Tagung.

Vom 23. bis 25. September 2010 trafen sich an der Universität Innsbruck über 170 WissenschaftlerInnen und Lehrende, um sich in insgesamt 80 Vorträgen und 3 Plenarvorträgen auszutauschen. Die Vorträge widmeten sich insbesondere der Entwicklung fremdsprachlicher Kompetenzen im Unterricht und der Überprüfung von Sprachleistungen, beleuchteten aber auch die Ausbildung von zukünftigen SprachenlehrerInnen, das Frühe Erlernen einer Fremdsprache im schulischen Kontext, den Einsatz der Fremdsprache als Unterrichtssprache im Fachunterricht, interkulturelle Aspekte, den Literaturunterricht und die Mehrsprachigkeit im Fremdsprachenunterricht.

 

Die Tagung setzte mit dieser thematischen Breite wichtige Impulse für die österreichische Fremdsprachendidaktikforschung und gab diesem hierzulande noch jungen Forschungsgebiet einen entscheidenden Professionalisierungsschub. Die zahlreichen Präsentationen österreichischer ForscherInnen wurden durch Vortragende aus insgesamt sechs Ländern, Deutschland, England, Indien, Italien, Polen und der Schweiz, ergänzt. Internationalität bewies die Tagung auch durch die Wahl der drei Plenarvortragenden: Prof. Adelheid Hu von der Universität Hamburg und langjährige Vorsitzende der „Deutschen Gesellschaft für Fremdsprachenforschung“ referierte über die Herausforderungen der aktuellen Kompetenzorientierung für Forschung und Unterricht, Prof. Claudia Harsch, derzeit an der Warwick University in England, zeigte in ihrem Vortrag mögliche Synergien zwischen Lern- und Testaufgaben, und mit Prof. Lourdes Ortega von der University of Hawai’i at Mānoa, USA, gelang es, eine über die Grenzen Europas hinaus anerkannte Expertin zu gewinnen. Sie rückte die Bedeutung der Spracherwerbsforschung für den Fremdsprachenunterricht, und damit ein nach wie vor bestehendes Desiderat, in den Mittelpunkt ihrer Ausführungen.

 

Abgerundet wurde die Tagung durch eine Podiumsdiskussion zu neuen Prüfungskulturen und mehrsprachigen Ansätzen in der LehrerInnenbildung, die von Prof. Charles Max von der Universität Luxemburg, Mag. Gabi Friedl-Lucyshyn, Leiterin des bifie-Wien (Bundesinstitut für Bildungsforschung, Innovation und Entwicklung des Bildungswesens), ao. Prof. David Newby, Universität Graz und Vorstand der ÖGSD, und Dr. Angela Horak, PH Steiermark und ÖGSD-Vorstandsmitglied, bestritten wurde.

 

Insgesamt wurde die Relevanz evidenz- und empiriebasierter Forschungsansätze in einem Fachgebiet aufgezeigt, dessen wissenschaftliche und universitäre Verortung in Österreich es verstärkt zu fördern und auszubauen gilt. Umso erfreulicher war die Teilnahme zahlreicher junger WissenschaftlerInnen und die ausgezeichnete und kreative organisatorische Unterstützung der Tagung durch Studierende am Innsbrucker Modell der Fremdsprachendidaktik.

(ip)

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