Sprachen für Weinbauern, und eine multilinguale Veranstaltung

Am 23. Juni war in der Claudiana europäische Weinseligkeit angesagt: Die Studierenden des romanistischen Projektseminars „VinoLingua“ feierten ein Abschlussfest mit Projektpräsentation und Weinverkostung. Neben Spezialitäten aus den fünf Partnerregionen führte ein Sommelier in die Kunst der Weinverkostung ein.
Bei einer Exkursion nach Südtirol erhielten die Studierenden Einblicke in den Weinbau gewonnen.
Bild: Bei einer Exkursion nach Südtirol erhielten die Studierenden Einblicke in den Weinbau gewonnen.

 

Mit dem EU-Projekt „VinoLingua“ als Grundlage haben sich über 30 RomanistikstudentInnen der Universität Innsbruck dieses Semester Gedanken gemacht, wie man Weinbauern zum Sprachenlernen motivieren kann. Ziel des Projekts ist es, Sprachlehr-Materialen in den Sprachen Spanisch, Französisch, Italienisch und Deutsch zu erstellen, um so dieser Zielgruppe das Erlernen einer Fremdsprache zu erleichtern – mit dem Ziel, dass sie in weiterer Folge ihren Wein auch über die Sprachgrenzen der eigenen Muttersprache hinaus bekannt machen und verkaufen können. Dabei soll die Alltags- und Berufssituation dieser sehr spezifischen Berufsgruppe berücksichtigt werden, um einerseits ein möglichst schlankes Lernvolumen zu bieten und andererseits Vokabeln und Satzstrukturen zu vermitteln, die in anderen Lehrwerken vernachlässigt werden.

 

Dieses erste von drei geplanten VinoLingua-Projektseminaren, das von Prof. Eva Lavric und Dr. Angelo Pagliardini geführt wird, beschäftigte sich vor allem mit dem Vorbereiten der weiteren didaktischen Überlegungen. Denn um ein effizientes und auf Weinbauern zugeschnittenes Lehrwerk erstellen zu können, bedarf es zuerst einer linguistischen Analyse: Welche Phrasen benötigen Weinbauern in ihrem Alltag? Welches sind wichtige Ausdrücke? Wie bauen diese sprachlichen Strukturen aufeinander auf, und in welcher Reihenfolge sollten sie gelernt werden? Als Schlüsselsituationen wurden Weinverkostung und Weinmesse identifiziert, die vielfältigsten Materialien zur Weinbeschreibung und Weinkultur – von der Weinkarte bis zur CD mit Trinkliedern – wurden gesammelt und klassifiziert.

 

Die Teilnehmer des Projektseminars im Wintersemester 2010/2011 und SS 2011 werden sich in der Erstellung von Sprachlehr-Übungen auf diese vorbereitenden Überlegungen stützen können. In dieses Gebiet durften übrigens auch die StudentInnen des ersten Weinprojektseminars bereits hineinschnuppern: Zum Thema „Agriturismo“ - also Weintourismus – wurde für jede der vier Sprachen eine Lektion erstellt. Die Schwierigkeit, Anfängern und mäßig Fortgeschrittenen Fachsprache zu vermitteln, meisterten die Studierenden mit viel Kreativität und Bravour.

 

Zu guter Letzt bleibt noch zu erwähnen, dass in einem Seminar über Wein die Lebensfreude natürlich nicht zu kurz kommen darf. Auf einer Exkursion ins schöne Südtirol haben die Studierenden Film- wie auch Audio-Material gesammelt, Wein verkostet, regionale Köstlichkeiten kennengelernt und in die Herstellungsmethoden von Rot- und Weißwein Einblick gewonnen.

 

„Wir möchten ganz besonders unseren Sponsoren danken: das Land Vorarlberg sowie mehrere Stellen der Universität Innsbruck - das Büro für Südtirol-Agenden, der Frankreich-Schwerpunkt, das Italien-Zentrum, die Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät und das Institut für Romanistik - ließen es sich nicht nehmen, dieses sehr praxisnahe und interkulturelle Seminar zu fördern“, so die Studierenden.

 

(ip)

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