Forschungsgespräche zum Carebegriff

Bei der Tagung „Forschungsgespräche zum Carebegriff“ haben Mitglieder des Forschungsnetzwerkes „Gender, Care and Justice“ der Interfakultäre Forschungsplattform Geschlechterforschung den – mit „Sorge(arbeit)“ nur näherungsweise ins Deutsche übertragbaren – Begriff Care im Hinblick auf seine interdisziplinäre Profilierung diskutiert und geprüft.
Expertinnen diskutierten am 18. Juni über den Begriff Care
Bild: Expertinnen diskutierten am 18. Juni über den Begriff Care

 

Neben den ExpertInnen verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen des Forschungsnetzwerkes der Universität Innsbruck unterstützten weitere vier ExpertInnen aus dem In- und Ausland die Auseinandersetzung um den Carebegriff. Die Soziologin Prof. Dr. habil. Margrit Brückner, Professur für Soziologie, Frauenforschung und Supervison von der FH für Soziale Arbeit und Gesundheit in Frankfurt, die Ökonomin Ao.Univ.-Prof. Mag. Dr.rer.soc.oec. Margareta Kreimer vom Institut für Volkswirtschaftslehre der Universität Graz , die Philosophin Univ.-Prof. Dr. phil. Elisabeth List vom Institut für Philosophie der Universität Graz und die Historikerin Dr. Karen Nolte vom Institut für die Geschichte der Medizin der Universität Würzburg, skizzierten den Einsatz des Carebegriffs in den jeweiligen Disziplinen und reflektierten die interdisziplinären Anschlussstellen des Begriffs.

 

In Diskussion waren unterschiedliche Hypothesen, wie z.B. dass es sich bei Care nicht um einen theoriefähigen, definitorisch fixierbaren Begriff handle, sondern dass Care die Grenzen von Theorie überschreite, dass Care als eine gemeinschaftsorientierte Aktivität bestimmt werden müsse und als eine für den jeweiligen historischen und gesellschaftlichen Kontext spezifische Praktik. Ein Ergebnis der Forschungsgespräche war, dass es in einem nächsten Schritt darum gehen kann, die unterschiedliche Begriffsverwendung und -bestimmung von Care in den diversen wissenschaftlichen Disziplinen für ein „workbook“ im Sinne eines „wordbooks of carewords“ zu erarbeiten.

 

Aktuelle Publikation des Forschungsnetzwerkes „Gender, Care and Justice“: Appelt, Erna / Heidegger, Maria / Preglau, Max / Wolf Maria (Hrsg.): Who Cares. Betreuung und Pflege in Österreich. Eine geschlechterkritische Perspektive. Studia 2010

(ip)

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