Nachwuchsforscher erhält Levy Award

Dr. Marius Lüdicke vom Institut für Strategisches Management, Marketing und Tourismus hat den Sidney J. Levy Award gewonnen. Er erhielt den Preis für die Forschungen im Rahmen seiner Dissertation. Die mit 1500 US-Dollar dotierte Auszeichnung wird seit 2008 für herausragende Arbeiten von Nachwuchswissenschaftlern im Feld der Konsumkulturforschung vergeben.
Nachwuchsforscher Marius Lüdicke wurde mit dem Sidney J. Levy Award ausgezeichnet.
Bild: Nachwuchsforscher Marius Lüdicke wurde mit dem Sidney J. Levy Award ausgezeichnet.

In der nun ausgezeichneten Studie, die in den USA hohe Wellen schlug und medial große Aufmerksamkeit erfuhr, befasst sich Marius Lüdicke gemeinsam mit Dr. Markus Giesler und Craig Thompson mit der Frage, warum viele Amerikaner das Fahren von übergroßen Autos mit ressourcenintensivem Verbrauch als Bürgerrecht auffassen. Für diese geht es dabei, so fand Marius Lüdicke mit seinen Kollegen heraus, um Freiheit, Unabhängigkeit, Patriotismus und Toleranz. Letztlich werde ressourcenintensiver Konsum von den untersuchten Hummer-Fahrern als historisch verankertes Bürgerrecht wahrgenommen und mit uramerikanischen Mythen gerechtfertigt, so die Forscher. Kein Wunder, dass vor diesem Hintergrund auch die Appelle von Präsident Barack Obama zum Klimaschutz bei konservativen Amerikanern auf taube Ohren stoßen müssen.

 

In Sachen Umweltschutz hat sich in den letzten Jahren in den USA wenig bewegt. Nach Aussagen der US-amerikanischen Landwirtschaftskammer verringerte sich der Kohlendioxidausstoß amerikanischer Konsumenten in den letzten zehn Jahren um nur 1,4 Prozent. Und dies, obwohl amerikanische Präsidenten seit Jahrzehnten die Abhängigkeit vom Öl anprangern und auf verschiedene Weisen versprechen, eine Energiewende einzuleiten. Und, so zeigt die Studie von Lüdicke und seinen Kollegen, zu groß ist die Resistenz im kulturellen und moralischen Kontext. Eine moralische Verdammung von ressourcenintensivem Konsum und Wirtschaften beschränkt – in den Augen vieler Amerikaner – die Freiheit und erscheint für viele Konservative als unmoralischer, kommunistischer Aktivismus. Demnach erzeugen die moralischen Appelle der Umweltschützern und Konsumgegner in konservativen amerikanischen Kreisen einen moralischen "backlash". Diese Konsumenten interpretieren die moralischen Anklagen der Hummer-Gegner als Angriff auf die amerikanische Nationalidentität und verteidigen diese somit umso vehementer, auch über ihren Konsum.

(cf)

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