Plattform für wissenschaftlichen Nachwuchs

Ende April fand erstmals in fächer- und fakultätsübergreifender Kooperation das III. Graduiertenkolloquium für DissertantInnen geisteswissenschaftlicher Disziplinen statt. Veranstalter waren das Forschungsinstitut Brenner-Archiv, das Institut für Germanistik, das Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie sowie das Institut für Systematische Theologie.
Ein fakultätsübergreifendes Graduiertenkolloquium bot Nachwuchswissenschafltern einen Plattform, um ihre Forschungsarbeiten zu präsentieren.
Bild: Ein fakultätsübergreifendes Graduiertenkolloquium bot Nachwuchswissenschafltern einen Plattform, um ihre Forschungsarbeiten zu präsentieren.

Bereits 2008 wurde das Graduiertenkolloquium von Prof. Johann Holzner (Forschungsinstitut Brenner-Archiv) und Prof. Stefan Neuhaus (Institut für Germanistik) an der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Innsbruck ins Leben gerufen. Dieses Jahr kam es über die bisherige institutsübergreifende Zusammenarbeit hinaus zu einer interfakultären Kooperation mehrerer Lehrveranstaltungen, die über zwei Tage im Rahmen des nunmehr III. Graduiertenkolloquiums eine interdisziplinäre Austauschplattform für die teilnehmenden Studierenden der DissertantInnenseminare von Prof. Johann Holzner, Prof. Brigitte Mazohl (Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie), Prof. Stefan Neuhaus und Prof. Roman Siebenrock (Institut für Systematische Theologie) bot. Die Veranstaltung war zugleich auch Teil der Ringvorlesung „Geisteswissenschaften und Gesellschaft: Universitas quo vadis? Zu aktuellen Fragen der Universität und der Geschichtswissenschaften“.

Diskussion der Forschungsarbeiten

Insgesamt 18 Doktorandinnen und Doktoranden hatten hierbei die Gelegenheit, ihre Forschungsarbeiten einem Publikum von FachkollegInnen und Interessierten vor- und zur Diskussion zu stellen. Das Spektrum der Themen reichte etwa vom „Dialog mit der Vergangenheit in der flavischen Zeit“ (Johanna Leithoff) über den „Nachlass der Innsbrucker Puppen-Bühne“ (Elmar Drexel) und die „Frühneuzeitliche(n) Gesandtschaftsberichte aus Russland“ (Christian Steppan) bis hin zum „Taschenbuch, als Massenmedium im Literaturbetrieb“ (Daniela Völker).

Aktuelle Aspekte

Neben der Präsentation der Dissertationsprojekte fanden zudem zwei Vorträge renommierter WissenschafterInnen statt, die im Sinne der Ringvorlesung „Geisteswissenschaften und Gesellschaft: Universitas quo vadis?“ zu aktuellen Aspekten der Universität und der Geisteswissenschaften Stellung nahmen.

 

Zum einen thematisierte Prof. Thomas Olechowski von der Universität Wien in seinem Vortrag „Zweihundert Jahre Rechtsstudium. Rückblicke und Ausblicke“ die Entwicklung des rechtswissenschaftlichen Studiums der letzten zwei Jahrhunderte und dessen aktuelle Entwicklungstendenzen. Zum anderen zeichnete Frau Prof. Margret Friedrich, Vizerektorin für Lehre und Studierende an der Universität Innsbruck, in ihrem Vortrag „Bildungspolitische Umwälzungen – versteckt hinter Städtenamen, getarnt durch soft laws“ die einzelnen Entwicklungsstufen des Bologna-Prozesses der letzten Jahre nach und stellte diesbezügliche aktuelle Fragen und Probleme in Diskussion.

Podiumsdiskussion

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion zum Thema „Universitas quo vadis?“ äußerten sich schließlich die teilnehmenden Diskussionspartnerinnen und -partner, Rektor Karlheinz Töchterle, Vizerektorin Sonja Puntscher-Rieckmann (Universität Salzburg), Dr. Christina Antenhofer, Dr. Andreas Oberprantacher, Mag. Andreas Wiesinger und Daniel Sailer zu aktuellen Aspekten der Universität, insbesondere der Geisteswissenschaften. Moderator Johann Holzner leitete die vor zahlreichem Publikum geführte Diskussion, in der unter anderem Fragen zur persönlichen Sicht der Proteste der Studierenden im vergangenen Herbst und deren Beurteilung, zur Einführung der Bologna-Architektur, zu Aufnahmebeschränkungen und zur Rolle der Studiengebühren etc. im Mittelpunkt standen.

 

Alle Beteiligten waren sich nach den zwei Veranstaltungstagen des III. Graduiertenkolloquiums einig, dass diese Form des interdisziplinären Austausches für die angehenden NachwuchswissenschafterInnen sehr angenehm war, eine befruchtende Kooperation darstellte und eine Fortsetzung des Kolloquiums mit eventueller disziplinärer Ausweitung wünschenswert sei.

(ip)

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