4. Österreichischer Wirtschaftspädagogik-Kongress in Innsbruck

Am 30.04.2010 fand an der Fakultät für Betriebswirtschaft der Universität Innsbruck der vierte österreichische Wirtschaftspädagogik-Kongress statt. Ca. 150 Interessierte aus Wissenschaft, Schulpraxis und Schulverwaltung trafen sich zum Wissenschaft-Praxis-Dialog über Fragen der wirtschaftsberuflichen Bildung.
150 Interressierte trafen sich, um aktelle Themen der wirtschaftspädagogischen Forschung zu diskutieren.
Bild: 150 Interressierte trafen sich, um aktelle Themen der wirtschaftspädagogischen Forschung zu diskutieren.

In vier Parallelvorträgen, 16 Workshops und einer Posterausstellung wurde ein breites Spektrum aktueller Themen der wirtschaftspädagogischen Forschung und Praxis präsentiert und diskutiert.

 

Eröffnet wurde der Kongress, der abwechselnd von den vier Ausbildungsstandorten der Wirtschaftspädagogik ausgerichtet wird, vom Rektor der Universität Innsbruck, Univ.-Prof. Dr. Karlheinz Töchterle. In seiner Begrüßungsansprache betonte er die besondere Stellung der Wirtschaftspädagogik im universitären Fächerkanon, die gerade durch die Bündelung von Fachwissenschaft und Fachdidaktik entsteht. Der Dekan der Fakultät für Betriebswirtschaft, Univ.-Prof. Dr. Albrecht Becker, wies anschließend auf die gute Ein-bindung der Wirtschaftspädagogik in die betriebswirtschaftliche Fakultät hin. Gelungener Ausdruck hierfür sei auch das neu im Wintersemester 10/11 einsetzende Masterstudium Wirtschaftspädagogik, das eines von insgesamt 6 Masterprogrammen der Fakultät sein wird.

 

Die Vertreterinnen der Sektion Berufsbildendes Schulwesen (MinR Mag. Hermine Sperl und MinR Mag. Eva Schönauer-Janneschitz) des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur betonten die aktuell und zukünftig hohe Nachfrage nach AbsolventIinnen des wirtschaftspädagogischen Studiums. Allein an den mittleren und höheren berufsbildenden Schulen in Österreich sind mehr als 50% der derzeit ca. 4000 LehrerIn-nen älter als 50 Jahre. Damit sei in den nächsten Jahren mit besten Chancen für die AbsolventInnen der Wirtschaftspädagogik zu rechnen. Hinzu kommt, dass das Studium sehr vielseitig ausgerichtet ist und derzeit nicht einmal die Hälfte der AbsolventInnen in den Schuldienst geht, da es in den betriebswirtschaftlichen und außerschulischen pädagogischen Beschäftigungsfeldern für WirtschaftspädagogenInnen durchaus attraktive Alternativen gibt. Denn Wirtschaftspädagogik ist ein Studium, das, wie MinR Mag. Hermine Sperl betonte, zwar ‚auch’, aber nicht nur für das Lehramt qualifiziert.

 

In einem Roundtable-Gespräch der vier verantwortlichen UniversitätsprofessorInnen der Ausbildungsstandorte (Josef Aff (Wien), Georg Neuweg (Linz), Annette Ostendorf (Innsbruck), Michaela Stock (Graz)) wurden kurz wesentliche Veränderungen in der universitären Ausbildung angesprochen. In Wien, Graz und Innsbruck sind aufbauend auf einem wirtschaftswissenschaftlichen Bachelor-Abschluss Master-Programme eingeführt worden, der Ausbildungsstandort Linz hält – in kritischer Distanz zur Bologna-Reform - noch am Diplom fest. In Bezug auf die zukünftige Entwicklung wurden insbe-sondere die kritische Distanz zu den Vorschlägen der ‚LehrerInnenbildung NEU’, die Si-cherung der Qualität der neuen Masterprogramme und der Spagat zwischen Internatio-nalisierung des Faches und praxisrelevanter Forschung angesprochen.

 

Die Parallelvorträge und die Workshops waren gut besucht und zeigten ein sehr breites Spektrum an Themen. Einen Schwerpunkt bildeten fachdidaktische Themen, LehrerIn-nenwissensforschung, COOL, die Verbindung von Theorie und Praxis und internationale Bildungsprojekte.

 

Zum Schluss dankte Univ.-Prof. Dr. Josef Aff dem Innsbrucker Wirtschaftspädagogik-Team unter Leitung von Univ.-Prof. Dr. Annette Ostendorf für die professionelle Ausrich-tung des Kongresses und lud alle zum 5. Österreichischen Wirtschaftspädagogik-Kongress im Frühjahr 2011 an die WU Wien ein.

(ip)