Frankophonie und ein altes Haus, das redet

Auf einem Gut in Galizien steht ein ganz besonderes Herrenhaus, denn es hat Augen und Ohren. Auf Einladung des Frankreich-Schwerpunkts las die belgische Autorin Diane Meur. aus ihrem preisgekrönten Roman „Die Lebenden und die Geister.“
Diane Meur las anlässlich des Tages der Frankophonie in Innsbruck.
Bild: Diane Meur las anlässlich des Tages der Frankophonie in Innsbruck.

Mit der Lesung Diane Meurs feierte der Interdisziplinäre Frankreich-Schwerpunkt wie jedes Jahr den Tag der Frankophonie am 20. März, der auf der ganzen Welt von 175 Millionen französisch-sprechenden Menschen gefeiert wird.

 

Die Lesung war aber nicht nur für die Frankophonen Innsbrucks gedacht, denn Diane Meur ist Germanistin und las selbst auf Deutsch aus der Übersetzung ihrer Werke. Den passenden Rahmen bot die Innsbrucker Buch¬handlung Wiederin. Meur, Jahrgang 1970, begeisterte das Publikum dabei vor allem mit Auszügen aus ihrem wohl bekanntesten Roman „Die Lebenden und die Geister“, der in 2008 Frankreich mit dem Preis des historischen Romans ausgezeichnet wurde.

 

Aus der Sicht eines Hauses

 

In einer Familiensaga, die sich über ein Jahrhundert und vier Generationen erstreckt, schildert Diane Meur Aufstieg und Fall einer Familie im habsburgischen Galizien. Jozef Zemka kennt wenig Skrupel, wenn es um seinen gesellschaftlichen Erfolg geht. Als es ihm gelingt, die Tochter des Barons von Kotz zu schwängern und damit die Heirat zu erzwingen, wähnt er sich am Ziel. Aber auf zwei Dinge ist er nicht vorbereitet: dass seine Frau ihm nur Töchter gebiert und dass bald ganz Polen sich in Aufruhr befindet. Mitreißend erzählt Diane Meur von Verschwörern und Verehrern, von revoltierenden Bauern und skrupellosen Adligen - und von einer Ära, in der alle auf Befreiung setzten.

 

Erzählt wird diese Geschichte aus der Sicht des Gutshauses, das die Zeiten überdauert. Das ist natürlich eine erstaunliche Perspektive, zumal das Haus sehr menschliche Züge zeigt und mit seinen Bewohnern mitfühlt.

(ip)

 

Link: Frankreich-Schwerpunkt der Univeristät Innsbruck