Bezaubernde Biologie

Ein Zauber-Experiment brachte die TeilnehmerInnen am Seminar „Lehren und Lernen im Biologieunterricht“, das im Rahmen der „Wochen der Fachdidaktik“ der Naturwissenschaften und Mathematik stattfand, zum Nachdenken über naturwissenschaftlich theoretisches Hintergrundwissen, das beim Experimentieren für Lernende sichtbar gemacht werden soll.
Dirk Krüger begeisterte bei der Eröffnung der Wochen der Fachdidaktik mit einem Zauber-Experiment aus der Biologie.
Bild: Dirk Krüger begeisterte bei der Eröffnung der "Wochen der Fachdidaktik" mit einem Zauber-Experiment aus der Biologie.

Derzeit finden die „Wochen der Fachdidaktik“ der Naturwissenschaft und Mathematik an der Pädagogischen Hochschule Tirol und der Universität Innsbruck statt. Vom Fachdidaktikzentrum für Naturwissenschaften West organisiert, laden Seminare an den beiden Bildungseinrichtungen sowie Lesungen in der Wagner´schen Universitätsbuchhandlung Lehrende ein, sich mit aktuellen fachdidaktischen Forschungsaspekten auseinander zu setzen.

 

Den Reigen der vier international renommierten Vortragenden eröffnete Prof. Dr. Dirk Krüger, der den Lehrstuhl für Biologiedidaktik an der Freien Universität Berlin inne hat, vergangenen Freitag mit einem Seminar zum Thema „Lehren und Lernen im Biologieunterricht“. Im Zentrum dieser Fortbildung standen wissenschaftlich fundiert analysierte Umsetzungsbeispiele, wie Biologieunterricht das Erreichen aktuell diskutierter Bildungsziele unterstützen und der Entwicklung naturwissenschaftlicher Kompetenzen gerecht werden kann.

 

 „Neben Fachinhalten sollen Lernende auch mit dem Prozess naturwissenschaftlicher Erkenntnisgewinnung konfrontiert werden“ so Krüger. Er plädiert dafür, Experimente im Unterricht nicht nur zur Veranschaulichung mehr oder weniger komplexer Sachverhalte zu nutzen, sondern diese auch als Lernsituationen einzusetzen, um wissenschaftstheoretische Aspekte naturwissenschaftlichen Arbeitens konkret anzusprechen und für Lernende explizit sichtbar machen zu können.

 

„Experimente durchzuführen“, so Krüger „führt per se nicht dazu naturwissenschaftliche Arbeitsweise nachhaltig zu verstehen“. Das veranschaulichte er an einem Beispiel aus der Systematik und führte den TeilnehmerInnen vor Augen, dass, obwohl mehrfach während der Biologieausbildung verwendet, dichotome Ordnungssysteme von diesen selbst selten zum Ordnen vorgegeber Organismen eingesetzt werden. So wurde nach einem „Botanischen Einstieg“ gemeinsam ein Bestimmungsschlüssel für Lakritz-Bonbons entwickelt und analysiert, welche naturwissenschaftlichen Sichtweisen biologischen Ordnungssystemen zu Grunde liegen. Welche Vorstellungen SchülerInnen und Schüler haben, wenn sie aufgefordert werden, Tiere oder Pflanzen zu ordnen, zeigte Krüger anhand eigener Forschungsergebnisse.

 

Das Zauber-Experiment im zweiten Teil der Veranstaltung motivierte alle Teilnehmenden sich mit Spaß und großem Engagement an einem naturwissenschaftlichen Problemlösungsprozess zu beteiligen und veranschaulichte in verblüffender und beeindruckender Weise, dass intuitives Handeln im Rahmen eines Problemlösungsprozesses weitgehend naturwissenschaftlich angemessen ist. Auf die Unterrichtssituation übertragen bedeutet das, dass Lernenden durch den Einsatz dieses Experiments nicht deren Defizite bewusst, sondern deren Können veranschaulicht werden kann. 

 

Weitere Termine

In den kommenden zwei Wochen bis inkl. Donnerstag, den 18.03.2010 finden im Rahmen der „Wochen der Fachdidaktik“ weitere Seminare und Lesungen für die Fachbereiche Physik, Geographie und Mathematik statt. Nähere Informationen unter http://www.uibk.ac.at/news/2010/03/wochen-der-fachdidaktik/