Bauen in der Klinik

Wie kann man in einem Krankenhaus bei laufendem Betrieb eine Baustelle betreiben? Fragen zum Brandschutz, zu Sicherheitseinrichtungen und zur „psychologischen“ Farbgebung der Patientenzimmer wurden kürzlich im Rahmen einer Bauingenieur-Exkursion an das Landeskrankenhaus Innsbruck diskutiert.
Am Hubschrauberlandesplatz erhielten die BesucherInnen einen ersten Überblick über das Klinikareal.
Bild: Am Hubschrauberlandesplatz erhielten die BesucherInnen einen ersten Überblick über das Klinikareal.

„Die Infrastruktur eines Krankenhauses ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für Spitzenmedizin“, erklärte Mag. Gerhard Mayer, Abteilungsleiter Strategisches Infrastrukturmanagement der TILAK, am 20.01. zum Leitmotto für einen  „Intensivkurs“ für angehende und bereits im Beruf stehende BauingenieurInnen.

 

Reinhold Friedrich, Organisator der bekannten „Bauingenieur – Exkursionen“ hatte dazu geladen und 45 TeilnehmerInnen konnten erfahren, unter welchen Bedingungen im Landeskrankenhaus Innsbruck gebaut werden muss. Zwei Stichworte charakterisieren die Situation: akute Raumknappheit und Bauen bei Vollbetrieb. Einen ersten Eindruck gewannen die Ingenieure schon vom Hubschrauberlandeplatz aus. Der bei Besuchen von Schulen übliche Geographieunterricht von Ing. Günter Pfaringer (Sicherheitstechnik) galt diesmal ausschließlich dem Klinikareal und seiner engen Umgrenzung.

 

Was ein Zentrum alles möglich macht

Nach einem Gedenken beim Mahnmal für die universitären Opfer des Nationalsozialismus ging es weiter zum Kinderzentrum und zur Frauenheilkunde. Prof. Thomas Müller und Klinikmanager Mag. Franz Preishuber erläuterten die neugewonnenen Chancen für das erfolgreiche Zusammenspielen von Geburtshilfe und Kinderstationen, das durch die Umsetzung des Zentrumsgedankens möglich wird.

 

Die Umsetzung von Planungsgrundsätzen (wie etwa Zentrumsbildung), Fragen der Sicherheitstechnik, Energiesparen und Barrierefreiheit  waren  die nächsten Schwerpunkte der Führung.

 

Gerhard Mayer erläuterte den Weg von der Bedarfsprüfung bis hin zu den Bauleitplänen. „Wenn ein Quadratmeter einmal 3.500  Euro  im Durchschnitt oder 12.000 Euro für die Intensivstation kostet, dann muss jeder Schritt genauestens überlegt und gerechtfertigt sein, denn das sind Steuergelder“. Die BesucherInnen von der Fakultät für Bauingenieurwissenschaften erhielten auch einen Einblick in die Sicherheitsmaßnahmen der TILAK.

 

Von Behindertengerechtigkeit zu Barrierefreiheit

 

Die TILAK erarbeitet gemeinsam mit den Vertretern von Behindertenverbänden und der Stadt Innsbruck derzeit eine Neufassung der Standards für behindertengerechtes Bauen. „Barrierefreiheit heißt jetzt die Devise“, so Dr. Hannes Moser. „Die dort erreichte Vorreiterrolle  will der Tiroler Krankenhausträger auch beim Energiesparen erreichen“, so Gerhard Mayer.

 

Dr. Simone Schieferer erklärte im Auftrag des Vorstandes die Strukturen der TILAK, die Unterschiede zur Medizinischen Uni. Dabei erfuhren die TeilnehmerInnen auch näheres zur Finanzierung. Mit Diskussionen am Buffet der Tilak endete die Bauingenieur-Exkursion.

(ip)

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