Zentrum für Alte Kulturen feiert erste Tagung der Vorderasiatischen Archäologie

Am 16.12. feierte das Zentrum für Alte Kulturen die Eröffnung der 1. Internationalen Tagung der Vorderasiatischen Archäologie zum Thema „Der archäologische Befund und seine Historisierung. Dokumentation und ihre Interpretationsspielräume“, die von den Fachbereichen Vorderasiatische Archäologie und Alte Geschichte am Institut für Alte Geschichte und Altorientalistik organisiert wurde.
v. l.: Dekan Klaus Eisterer, Vizerektorin Margret Friedrich, der Jubilar Dr. Wilfrid Allinger-Csollich und Dr. Elisbeth Maróthy bei der Eröffnungsveranstaltung der Tagung im Zentrum für Alte Kulturen (Foto: B. Figl)
Bild: v. l.: Dekan Klaus Eisterer, Vizerektorin Margret Friedrich, der Jubilar Dr. Wilfrid Allinger-Csollich und Dr. Elisbeth Maróthy bei der Eröffnungsveranstaltung der Tagung im Zentrum für Alte Kulturen (Foto: B. Figl)

Der Anlass der Tagung war der erfolgreiche Abschluss der ersten Phase der armenisch-österreichischen Ausgrabungen an der eisenzeitlichen Befestigungsanlage von Aramus, Armenien, die seit 2004 von der Universität Innsbruck in Zusammenarbeit mit der Staatlichen Universität Yerevan und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Armenien im Rahmen des Projektes „Aramus Excavations and Fieldschool“ durchgeführt werden. Die Ergebnisse der Ausgrabungen haben insbesondere auf die methodologischen Schwierigkeiten hingewiesen, die bei der Historisierung von archäologischen Befunden entstehen.

 

Im Rahmen der Tagung am 17. und 18. Dezember wurde anhand unterschiedlicher Fallbeispiele aus einem geographischen Raum, der sich über Syrien, Osttürkei, Armenien, Georgien, Azerbeidjan, Nordwest-Iran, Nordiran und Nord-Irak erstreckt, die Problematik der archäologischen und historischen Quelleninterpretation in 16 Beiträgen diskutiert.

 

Die gemeinsame Fragestellung erörterte die Problematik des Untergangs von politischen Entitäten, des neuassyrischen und des urartäischen Reiches, dessen historische Rekonstruktion nur bedingt mit dem archäologischen Befund in Deckung gebracht werden kann. Die im Befund zu beobachtende und weitgehend von historischen Zäsuren unabhängige Kontinuität der materiellen Kulturentwicklung erforderte die klare Formulierung der archäologischen und historischen Interpretationsspielräume, die in einem interdisziplinären Dialog näher gebracht wurden.

 

Die Tagung war Dr. Wilfrid Allinger-Csollich gewidmet, dessen Engagement in den letzten 30 Jahren das Fach der Vorderasiatischen Archäologie an der Universität Innsbruck international etablieren konnte. Neben seinen Ausgrabungstätigkeiten im Irak, initiierte er gemeinsam mit Hayk Avetisyan im Jahr 2004 das Projekt „Aramus Excavations and Fieldschool“, das als offene Plattform für interdisziplinäre Zusammenarbeiten und universitären Lehre im Rahmen von Summerschool-Trainees konzipiert wurde.  Organisiert wurde die Tagung von Sandra Heinsch und Walter Kuntner (Fachbereich Vorderasiatische Archäologie) und Robert Rollinger (Fachbereich Alte Geschichte).

 

Die Tagung wurde via Live-Streaming ins Internet übertragen. Die Teilnahme an der Tagung wurde durch die Einrichtung eines Forums auf der Homepage weltweit ermöglicht.

 

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