Karton-Stern durchsticht wirkliches Herz

Die Innsbrucker italienische Theatertruppe „lo scarabocchio“, unterstützt vom Institut für Romanistik und dem Italienzentrum der Universität, spielt Federico Fellinis „La Strada“.
Die Innsbrucker italienische Theatertruppe „lo scarabocchio" spielt Federico Fellinis „La Strada“.
Bild: Die Innsbrucker italienische Theatertruppe „lo scarabocchio" spielt Federico Fellinis „La Strada“.

Vergangenen Donnerstag fand die Premiere des Stückes statt, in dem der Verismo auf den Zauberer Fellini trifft. Oder: in dem der für seinen Überschwang Bekannte einmal eine ganz einfache Geschichte erzählt. Das Italien der Nachkriegszeit. Gelsomina, eine eingeschüchterte junge Frau, von ihrer Mutter um 10.000 Lire verkauft, zieht mit einem brutalen, selbstherrlichen Zampano als Fahrende durchs Land. In einem Zirkus trifft sie il Matto, den seiltanzenden Poeten, der mit einem Silberstern aus Karton ihr Herz berührt. Am Ende zeigt sich wieder, wie nahe die Liebe am Tod gebaut hat und wie sie stärker ist als das Vergessen. Über den gewalttätigen Zampano sagt Gelsomina: "Er ist wie einer von diesen Hunden, er schaut dich an, als ob er gleich zu dir sprechen wollte, und wenn er das Maul aufmacht, kommt ein Bellen heraus. Die Schwäche der Starken, die Stärke der Schwachen, und wie alle Menschen ein gebrochenes Herz haben, das ist vielleicht das Thema dieser Geschichte, von der man nicht genau weiß, warum sie einen so berührt."

 

„Sie kennen das sicher: Man kommt aus einem Film oder einem Theaterstück heraus, und auf einmal ist die ganze Welt verwandelt, jeder Vorübergehende wird zu einer Gestalt in dem Stück, er tritt in die Geschichte ein und spinnt und spiegelt sie weiter in unendlichem Echo. So geht es einem mit dieser Produktion“ zeigt sich Prof. Eva Lavric, Leiterin des Instituts für Romanistik von der Aufführung begeistert. Das Stück ist noch a, Dienstag, 13. Oktober um 19:30 Uhr im Sieben-Kapellen-Areal (Kapuzinergasse 39) zu sehen.

(ip)

 

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