Rockslide Days! - Wenn Berge stürzen

Vom 1.-4. 10. traf sich am Institut für Geologie und Paläontologie eine Gruppe von vorwiegend österreichischen Experten, die sich mit Bergstürzen befassen. Neben universitären Forschern nahmen auch Vertreter der Angewandten Geologie an einem Workshop mit dem Titel 'Rockslide Days! Wenn Berge stürzen' teil.
Blick in die Abbruchwand der Bergstürze vom Tschirgant bei Imst (Tirol). Diese Bergstürze gingen vor etwa 3500 Jahren nieder.
Bild: Blick in die Abbruchwand der Bergstürze vom Tschirgant bei Imst (Tirol). Diese Bergstürze gingen vor etwa 3500 Jahren nieder.

'Bergstürze' - das sehr schnelle Abrutschen riesiger Felsmassen ins Tal - sind in dicht besiedelten Gebirgen eine konkrete Bedrohung von Menschen und Einrichtungen. Besonders in den Alpen haben technische Großprojekte wie etwa Staudämme oder lange Tunnels (z. B. Brenner-Basistunnel) zu einem vertieften Interesse an Bergstürzen geführt.

 
Was ist ein Bergsturz?

Schon zu Beginn des Workshops zeigte sich die Vielgestaltigkeit dessen, was unter dem Wort Bergsturz verstanden wird. Das Spektrum der Vortrags-Themen reichte von Risiko-Abschätzung und genauen Fallstudien verschiedener Bergstürze zu Computer-Simulationen und der Frage, mit welchen Methoden sich das Alter früherer Bergstürze bestimmen lässt. Im weiteren wurden auch sogenannte 'Langsame Massenbewegungen' behandelt, wobei ganze Berghänge glücklicherweise nur langsam zu Tal gleiten.

 

Wie bewegt sich ein Bergsturz?

Obwohl es in den Alpen eine Vielzahl von Bergstürzen gibt, ist die Art und Weise, wie sich die gewaltigen Felstrümmermassen oft beeindruckend weit in den Tälern ausbreiten, immer noch unzureichend geklärt. Diese Frage ist eine 'Spielwiese' für physikalische Computer-Simulationen, die jedoch stets mit Gelände-Beobachtungen an Bergsturz-Ablagerungen überprüft werden müssen. Lebhafte Diskussionen während dreier Exkursionstage rückten gerade die Frage nach der Fortbewegungsweise immer wieder ins Zentrum.

 

Folgen

Wegen ihrer großen Masse haben Bergstürze stets langfristige Auswirkungen auf die Entwicklung der Täler, in die sie hineinfahren: Seen werden aufgestaut, Flüsse müssen sich neue Rinnen bahnen, und hochliegende Landterrassen entstehen. Da die Felstrümmermassen Hindernisse bilden hatten die Bergstürze, die in historischer Zeit niedergingen bisweilen auch Folgen für die politische Entwicklung.

(ip)

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