Ruth Breu ist Expertin des Monats

Prof. Ruth Breu, Leiterin des Bereichs Quality Engineering am Institut für Informatik der Uni Innsbruck, wurde von einer unabhängigen Jury bestehend aus hochrangigen VertreterInnen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Personalmanagement zur FEMtech Expertin des Monats August gewählt.
Prof. Ruth Breu
Bild: Prof. Ruth Breu

FEMtech ist ein Programm des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit) zur Förderung der Chancengleichheit in Forschung und Technologie. Dabei sollen Frauen gezielt unterstützt und die Rahmenbedingungen in der industriellen und außeruniversitären Forschung so verändert werden, dass sie den Bedürfnissen von Frauen und Männern gleichermaßen entsprechen. Monatlich stellt FEMtech erfolgreiche Frauen im Forschungs- und Technologiebereich als Expertin des Monats.

 

Informationssicherheit

Ruth Breu beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der modellbasierten Erstellung von Software- Systemen und deren systematischen Qualitätssicherung. „In den letzten Jahren habe ich mich dabei schwerpunktmäßig mit dem Qualitätskriterium der Informationssicherheit beschäftigt und versucht, Brücken zwischen dem Software Engineering, dem IT-Management und dem Betrieb der IT-Systeme zu schlagen. Als Anwendungsbereich interessiere ich mich vor allem für vernetzte Systeme im Gesundheitswesen“, beschreibt die Informatikerin ihre Forschungsinteressen.

 

Frauenanteil erhöhen

Obwohl der Frauenanteil im Informatikstudium an der Universität Innsbruck nur ca. 10 Prozent beträgt, weist Breus Forschungsgruppe einen Frauenanteil von über 30 Prozent auf. Eine ihrer Mitarbeiterinnen, Dr. Barbara Weber, konnte vor kurzem als erste Frau am Innsbrucker Institut für Informatik ihre Habilitation abschließen.
„Wenn das Bild des einsamen Hackers zum Bild des kommunikationsorientierten Teamworkers wird, fühlen sich hoffentlich auch die Frauen angesprochen", so Breu über Frauen in der Informatik.

Das Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend bewilligte kürzlich ein von Breu beantragtes Laura-Bassi- Exzellenzzentrum, dessen Ziel auch das Schaffen weiblicher Vorbilder im Technologiebereich ist. Im Rahmen dieses Zentrums  wird Breu in den nächsten Jahren gemeinsam mit vier Industriepartnern aus Tirol, Wien und München innovative Methoden und Werkzeuge für die Qualitätssicherung serviceorientierter IT-Systeme entwickeln.

 

Zur Person

Prof. Dr. Ruth Breu ist seit 2002 Professorin am Institut für Informatik und war wesentlich am Aufbau des Instituts beteiligt. Nach ihrem Studium und der Promotion an der Universität Passau habilitierte sie sich an der TU München und arbeitete anschließend einige Jahre als Beraterin für Softwaretechnik. Im Rahmen ihrer Tätigkeit an der Universität Innsbruck hat sie in den letzten Jahren über 20 Drittmittelprojekte in nationalen und internationalen Förderprogrammen eingeworben. Ihre Forschungsgruppe Quality Engineering besteht derzeit aus 30 MitarbeiterInnen.

Ruth Breu ist Mutter von drei Kindern im Alter von 18, 16 und 3 Jahren. „Zusammen mit meinem Mann, der das spin-off Unternehmen arctis Softwaretechnologie GmbH leitet, habe ich mit viel Fantasie, Durchhaltevermögen und Unterstützung anderer einen Weg für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gefunden“, so die erfolgreiche Informatikerin.

(sr)

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