Filmprojekt Burkina Faso - Tirol

Im Sommersemester 2009 drehten Prof. Dr. Peter Stöger (wissenschaftlicher Berater), Eric Bayala (Produzent und Koregisseur) und Thomas Defner (Fotograf) mit einem Team aus Burkina Faso einen Dokumentarfilm zum Thema „Masken in Tirol und Burkina Faso“.
Das Kamerateam mit Prof. Peter Stöger. [Foto: A. Defner]
Bild: Das Kamerateam mit Prof. Peter Stöger. [Foto: A. Defner]

Für das Vorhaben konnte Alphonse Sanou als Regisseur gewonnen werden. Tontechnik, Kameraführung und Bildschnitt lagen in den Händen eines Teams des Fernsehens von Burkina Faso.

 

Das Anliegen des Projektes, das schon vor der Fertigstellung steht, ist die Welt der Masken in all ihren Unterschiedlichkeiten und Gemeinsamkeiten zu dokumentieren. Die Drehorte waren Imst, Igls und Schwaz (Kamera: Daniel Pöhacker) sowie Ouagadougou und Bobo-Dioulasso. Beim Drehort Imst (Schemenlaufen) erfuhr das Team tatkräftige Unterstützung durch das Fasnachtskomitee. In Burkina Faso erfolgten die Aufnahmen unter Mitwirkung der Dorfältesten und der Zeremonienmeister.

 

Sind die Tiroler Masken schwerpunktmäßig Symbole des Wechsels vom Winter zum Frühling, also zyklisch und jahreszeitlich-rhythmisch, so versinnbildlichen die Masken in Burkina Faso, im Besonderen beim Stamm der Bobo, „rites de passage“, Riten, die das Leben in seiner Endlichkeit begleiten. Die Aufnahmen der Maskentänze zeigen Totentänze, die auf einen Geburtsvorgang hindeuten. Über allem steht DO, die spirituelle (An-)Wesenheit, die alles Leben durchwaltet und der sich die Bobo, im Verein mit ihren spirituellen Lehrmeistern und Zermonienmeistern, im Tanz der Masken, in Träumen und im Ritus selbstlos, besser gesagt: „ich-los“ zu nähern versuchen. Das Ich ist dabei kein "Ich-Ich" - "ich bin ich, weil ich ich bin", wie wir es meist in westlichen Traditionen kennen -, sondern ein Wir-Ich. Ich bin ich „weil ich zu einem Wir gehöre“. Das Ich ist relational und sozial und macht das Fenster zum Transzendenten auf.

 

Die Erklärungen, sowohl in Tirol als auch in Burkina Faso, liefern dann die Fachleute selbst. So spannt sich ein breiter Bogen von  Interviewführungen in Tirol und in Burkina Faso. Auch das musikalische Moment wurde eingefangen, von der Hexenmusik beim Imster Schemenlaufen, bis hin zu den Trommelklängen, die mit den Maskentänzen der Bobo einhergehen. Dort sind die Toten die Grundbesitzer, jemand kann also erst nach seinem Heimgang seinen Besitz antreten. Eine Frau singt Stammesgeschichte. Diese Tradition speichert Jahrhunderte. Wie in Tirol und in Burkina Faso werden gemeinschaftliches Wissen und Tun von Generation zu Generation weiter getragen.

Weitere Informationen zum Film sowie zum Spendenkonto erhalten Sie bei Prof. Peter Stöger (Institut für Erziehungswissenschften).

(ip)