Theodor-Körner-Preis mal vier

Am 28. April überreichte AK-Präsident Herbert Tumpel die heurigen Fördermittel aus dem Theodor Körner Fonds an 41 junge WissenschaftlerInnen und KünstlerInnen aus ganz Österreich. Auch vier NachwuchsforscherInnen von der Uni Innsbruck dürfen sich über die von AK und ÖGB gestifteten Preise freuen.
AK-Präsident Mag. Herbert Tumpel überreichte die Preise, im Bild an Mathias Behmann
Bild: AK-Präsident Mag. Herbert Tumpel überreichte die Preise, im Bild an Mathias Behmann [Foto: Theodor-Körner-Fonds]

Mit dem Theodor-Körner-Preis werden seit 1953 jährlich herausragende Arbeiten aus Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet. Heuer wurden Mittel in der Höhe von 74.500 Euro an 41 PreisträgerInnen vergeben. Die Universität Innsbruck war mit Mathias Behmann vom Institut für Politikwissenschaft, Stefanie Gapp vom Institut für Finanzwissenschaft, Simone Paganini vom Institut für Bibelwissenschaften und Historische Theologie und Klaus Rier vom Institut für Italienisches Recht vier Mal vertreten.

 

 

Abendländische Philosophie legitimiert Patriarchat

 

MMag. Mathias Behmann setzt sich in seinem Forschungsvorhaben radikal kritisch mit der abendländischen Philosophiegeschichte auseinander. Diese stellt – so die These der Kritischen Patriarchatsforschung – eine monumentale Legitimation für die Installation patriarchalischer Gesellschaftssystem dar und zielt von Anfang an auf eine Überwindung des friedlich-kooperative Matriarchats ab. Behmann  will diese These belegen, indem er die großen Theorien des Philosophischen Abendlands in Kontrast zur matriarchalen Naturphilosophie setzt.

 

 

 

Eigennutzen versus kollektive Wohlfahrt

 

MMag. Stefanie Gapp analysiert in ihrer mit dem Körner-Preis geförderten Arbeit soziale Dilemmasituationen, in denen Spannungsverhältnisse zwischen individuellem Eigennutzen und kollektiver Wohlfahrt bestehen. Solche Situationen sind dadurch gekennzeichnet, dass Individuen durch nicht-kooperatives Handeln mehr persönliche Vorteile haben als durch kooperatives und dadurch nur schwer zur Kooperation bewegt werden können. In einer experimentellen Studie untersucht Gapp, inwieweit die Beobachtung und Intervention durch eine dritte Partei die Kooperationsbereitschaft dieser Individuen erhöhen kann.

 

 

Tempelrolle enthält Gottes Gesetze

 

Mit der Analyse der sogenannten Tempelrolle von Qumran beschäftigt sich Dr. Simone Paganini in seinem Projekt. Sie enthält Gesetzesvorschriften, die in biblischen Texten keine Entsprechung haben und inhaltliche wie strukturelle Parallelen  mit der ebenfalls in Qumran gefunden Deuteronomium-Rolle aufweisen. Ziel seines Vorhabens ist es, die beiden Rollen miteinander in Beziehung zu setzen und zu zeigen, dass es sich dabei nicht einfach um einer Sammlung von Gesetzesvorschriften handelt, sondern dass die Autoren eine Dynamik zwischen autoritativen Anweisungen und exegetischen Darlegungen beabsichtigt haben.

 

 
WTO-Einfluss auf nationales Steuerrecht

 

Im Mittelpunkt des ausgezeichneten Arbeit von Mag. Klaus Rier steht die Frage, welchen Einfluss die fortschreitende internationale Rechtsharmonisierung auf die Steuerautonomie einzelner Staaten hat. Hauptziel seiner Untersuchungen ist es, jene Bestimmungen des Regelwerks der Welthandelsorganisation WTO herauszuarbeiten, die in besonderem Maße auf die fiskalpolitischen Entscheidungen der WTO-Mitgliedsstaaten nehmen und somit Maßstäbe für die Ausgestaltung nationaler Steuersysteme sind.

 

 

Zum Theodor-Körner-Preis

 

Der Theodor-Körner-Fonds wurde im Jahr 1953 anlässlich des 80. Geburtstages von Bundespräsident Theodor Körner gegründet. – Der Jubilar verzichtete auf alle persönlichen Geschenke. – Hauptträgerin des Fonds ist die Bundesarbeiterkammer. Die Einzel-Förderungen werden in Höhe von 1.500 und  3.000 Euro vergeben.

(ef)

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