Leopold-Kunschak-Wissenschaftspreis für Innsbrucker Jurist

Priv.-Doz. DDr. Martin Schennach wurde für seine am Innsbrucker Institut für Römisches Recht und Rechtsgeschichte verfassten Habilitation mit einem der Leopold-Kunschak- Wissenschaftspreise ausgezeichnet.
Martin Schennach (Mitte) wurde vom ÖVP-Parlamentsklub mit dem Leopold-Kunschak-Preis ausgezeichnet [Foto: ÖVP-Parlamentsklub/ Philipp Grausam]
Bild: Martin Schennach (Mitte) wurde vom ÖVP-Parlamentsklub mit dem Leopold-Kunschak-Preis ausgezeichnet [Foto: ÖVP-Parlamentsklub/ Philipp Grausam]

Martin Schennach erhielt die Auszeichnung des ÖVP-Parlamentsklub – benannt nach dem christlichen Gewerkschafter und ersten Nationalratspräsidenten der Zweiten Republik – für seine im Fach Rechtsgeschichte verfasste Habilitationsschrift „Gesetz und Herrschaft. Zur Entstehung des Gesetzgebungsstaates in Spätmittelalter und Frühneuzeit am Beispiel Tirol“. In dieser Arbeit analysiert der Rechtshistoriker die legislative Tä­tigkeit eines spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Territoriums vor dem theoretischen Hintergrund der zeitgenössischen Gesetzgebungslehre. Dabei beschränkt sich Schennachs Arbeit nicht auf die Gesetzestexte selbst – es handelt sich um mehr als 900 Gesetze während eines Zeitraums von rund 200 Jahren –, sondern untersucht auch den Gesetzgebungsprozess eingehend und behandelt Fragen wie: Wie wurde ein normativer Regelungsbedarf festgestellt?;  Von wem gingen die Initiativen aus?; Welche Institutionen, Behörden und Personengruppen waren am Zustandekommen der Gesetze beteiligt? Darüber hinaus beschäftigt sich die Arbeit mit Leitkategorien und Ordnungsprinzipien der spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Tiroler Gesetzgebung. „Im Rahmen meiner Arbeit kam ich zu überraschenden Ergebnissen. Es zeigten sich in Summe überraschend breite Partizipationsmöglichkeiten wäh­rend des Gesetzgebungsprozesses: Von einer absolutistischen, einseitig landesfürstlichen Gesetzgebung findet man beispielsweise kaum eine Spur“, erklärt Schennach.

 

Zur Person

MMag. DDr. Martin P. Schennach, MAS wurde 1975 in Innsbruck geboren. Schennach studierte Geschichte, Deutsche Philologie und Romanistik sowie Rechtswissenschaften an der Universität Innsbruck und Jena. 2001 promovierte er sub auspiciis zum Doktor der Philosophie und 2004 zum Doktor der Rechtswissenschaften. Von 1998 bis 2001 absolvierte er als Stipendiat des Wissenschaftsministeriums den drei Jahre dauernden 62. Ausbildungskurs am Institut für Österreichische Geschichtsforschung in Wien. Von 2001 bis 2002 war Schennach als Vertragsassistent am Institut für Österreichische Geschichtsforschung in Wien tätig und seit 2002 ist er beim Amt der Tiroler Landesregierung als Historiker im Tiroler Landesarchiv beschäftigt.

 

Leopold-Kunschak-Preise

Mit den Leopold-Kunschak-Preisen zeichnet der ÖVP-Parlamentsklub Arbeiten auf den Gebieten der Wissenschaft und der Publizistik aus, die das Verständnis für die Grundlagen und das Wesen der Demokratie, für das friedliche Zusammenleben der Völker, für die Tradition und Aufgabe der christlichen Arbeitnehmerbewegung oder für das Zusammenwirken und den Interessensausgleich zwischen den Sozialpartnern fördern.

(sr)