Dissertant der Fakultät für Bildungswissenschaften erhält Wissenschaftspreis

Christian Bertsch belegte in seiner von der Köck Privatstiftung mit dem 1. Platz prämierten Arbeit, wie Kinder naturwissenschaftliches Grundverständnis mittels selbstständiger Experimente und Beobachtungen aufbauen. Die ausgezeichnete Dissertation wurde von den Innsbrucker Instituten für Botanik sowie LehrerInnenbildung und Schulforschung mitbetreut.
Bundesministerin Claudia Schmied überreichte Christian Bertsch die Auszeichnung [Foto: Köck Privatstiftung]
Bild: Bundesministerin Claudia Schmied überreichte Christian Bertsch die Auszeichnung [Foto: Köck Privatstiftung]

 Die internationale Jury zeichnete Bertschs Dissertation „Forschend-begründendes Lernen im naturwissenschaftlichen Unterricht - Wege zu einer naturwissenschaftlichen Grundbildung am Übergang Primar/Sekundarstufe am Beispiel von Unterrichtsmaterialien zum Thema Fotosynthese“ mit dem mit 10.000 Euro dotierten 1. Platz aus. Diese Dissertation wurde im Rahmen des EU- Projektes „Plant Science Gardens“, am Institut für Botanik erarbeitet. 

 

Ziel des EU Projektes, das von Dr. Suzanne Kapelari koordiniert wurde, war es, partnerschaftliche Kooperationen zwischen Schulen, der Schulbehörde, LehrerInnenausbildungsstätten und Botanischen Gärten, in allen vier Partnerländern zu etablieren und Unterrichtsmaterialien zu entwickeln, die „Forschendes Lernen“ in der Volksschule sowie im Botanischen Garten ermöglichen. Parallel zum praktischen Teil der Materialentwicklung, wurden die Unterrichtmodule mit Pilotklassen getestet und mittels fachdidaktischen Forschungsmethoden evaluiert. So entstanden 44 Module zu vier pflanzbezogenen Themenschwerpunkten, die nun auf der Website: www.plantscafe.net verfügbar sind. Zusätzlich wurden in allen Ländern LehrerInnenfortbildungsveranstaltungen durchgeführt, das Veranstaltungsdesign weiterentwickelt und ein sogenannte „Fortbildungshandbuch“ verfasst und online gestellt.

 

Im Rahmen seiner Dissertation hat sich Christian Bertsch mit der Evaluation des Themenschwerpunktes, „Wie Pflanzen wachsen“, der vom Innsbrucker Team entwickelt wurde, befasst. Die Evaluation zeigte, dass die erstellten Unterrichtmaterialien das Interesse der SchülerInnen an selbständigem Problemlösen und selbstständigem Suche nach Erklärungen fördern, indem Situationen geschaffen werden, in denen die SchülerInnen ihre eigene Kompetenz in eben diesen – im Unterricht oft vernachlässigten-  Bereichen  erleben können. Seine Studie zeigte auch, dass sie SchülerInnen fünf Monate nach dem Projektunterricht die erarbeiteten Schlüsselkompetenzen wiedergeben können und genau beschreiben können, was sie bei den jeweiligen Experimenten getan und herausgefunden haben. Die meisten SchülerInnen zeigten auch ein eindeutiges Erkenntnis-Evidenz-Verständnis. Sie konnte ihre Meinung mit den Ergebnissen aus den Experimenten untermauern und schlüssig argumentieren.

 

Der Wissenschaftspreis der Köck Privatstiftung wird jährlich vergeben und ist mit € 20.000,- dotierten. Jeweils die Hälfte des Preisgeldes ist den DiplomandInnen/DissertantInnen sowie den sie betreuenden Instituten an Universitäten, Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen gewidmet. So erging der Preis neben den beiden oben genannten Personen auch an Univ. Prof. Dr. Ulrike Unterbuner, IFFB Fachdidaktik LehrerInnenbildung der Universität Salzburg und Univ. Prof. Dr. Michael Schratz, Institut für LehrerInnenbildung und Schulforschung der Universität Innsbruck, die diese Arbeit mitbetreut und unterstützt haben.

Dr. Suzanne Kapelari ist auch Koordinatorin des Fachdidaktikzentrums für Naturwissenschaften West (FDZNW), das als Kooperation zwischen der Pädagogischen Hochschule und der Universität Innsbruck vor kurzem eröffnet wurde. Sie möchte naturwissenschaftlich-fachdidaktische Forschung an der Universität Innsbruck etablieren. Interessierte können sich direkt an Suzanne.Kapelari@uibk.ac.at wenden

(ip)

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