Eric-Emmanuel Schmitt und Jean-Noël Pancrazi brachten französische Literatur nach Innsbruck

Auf Einladung des Frankreich-Schwerpunkts der Universität Innsbruck und des Institut français d’Innsbruck sowie der Buchhandlung Wiederin und des Leokinos kamen – wie jedes Jahr im März zu den Tagen der Frankophonie – am 24. März zwei bedeutende französische Autoren zu Besuch nach Innsbruck: Eric-Emmanuel Schmitt und Jean-Noël Pancrazi begeisterten das Publikum.
Univ.-Prof. Mag. Dr. Eva Lavric (1.v.l., Leiterin des Frankreich-Schwerpunkts), Eric-Emmanuel Schmitt (3. v.l.), Sarah Wagner (4.v.l.), Jean-Noël Pancrazi (3.v.r.).
Bild: Univ.-Prof. Mag. Dr. Eva Lavric (1.v.l., Leiterin des Frankreich-Schwerpunkts), Eric-Emmanuel Schmitt (3. v.l.), Sarah Wagner (4.v.l.), Jean-Noël Pancrazi (3.v.r.).
30 Zeilen, 10 Wörter und 3 Preisträger

Die beiden Autoren fungierten bei dieser Gelegenheit auch gleich als Jury im „concours des dix mots“ („Wettbewerb der zehn Wörter“), bei dem es darum ging, mit zehn vorgegebenen Wörtern (von „génome“ bis „clair de terre“) ein 30-zeiliges Gedicht zu schreiben. 29 Innsbrucker Romanistik-Studierende hatten unter der Leitung von Catherine Lederbauer und Frédérique Beau daran teilgenommen, der Hauptpreis ging an Sarah Weger für einen Text mit dem Titel „Trou noir“ („Schwarzes Loch“).

 

Aus der Preisverleihung ergab sich ganz zwanglos ein Gespräch über das Schreiben. Gleich als erste Frage wollten die Studierenden wissen, worin die Freuden des Schriftsteller-Daseins bestünden? „Wenn eine Geschichte sich ganz von selbst schreibt und man als Autor eigentlich nur mehr ein Werkzeug ist, wenn man im kreativen Prozess völlig auf sich selbst und auch auf den Leser vergisst“ – das war die erste Antwort der beiden Autoren, die aber einräumten, dass nach dieser ersten Phase ungezügelter Inspiration noch eine Menge Arbeit am Text notwendig sei, bei der man dann sehr wohl wieder an den Leser denke, an die Gefühle und Überlegungen, die man bei ihm auslösen und an das Lesevergnügen, das man ihm bereiten möchte. Daher auch die zweite Freude des Autoren-Lebens, „wenn man ein Echo seitens der Leser bekommt, wenn Menschen auf einen zukommen und einem sagen, wie viel ein bestimmtes Buch ihnen bedeutet hat.“

 

Zu dieser Freude der Begegnung war dann am Abend noch ausgiebig Gelegenheit, als Eric-Emmanuel Schmitt in einer völlig überfüllten Buchhandlung Wiederin einem begeisterten Publikum aus seinen Werken vorlas, und als er sich im Leokino, nach dem Film „Monsieur Ibrahim et les fleurs du Coran“, den Fragen des Publikums stellte.

(ip)

 

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