Best Paper Awards für angehende HistorikerInnen überreicht

Vergangenen Donnerstag wurde die erste online-Zeitschrift für exzellente Arbeiten von Studierenden der Geschichte an der Leopold-Franzens-Universität ins Netz gestellt. Gleichzeitig wurden die damit verbundenen Best-Paper-Awards an vier Studierende überreicht.
v.l.: Christian Steppan, Stefanie Wörer, Dekan Klaus Eisterer, Florian Huber, Irene Huber, Eva Pflanzelter und Gund Barth-Scalmani
Bild: v.l.: Christian Steppan, Stefanie Wörer, Dekan Klaus Eisterer, Florian Huber, Irene Huber, Eva Pflanzelter und Gund Barth-Scalmani

historia.scribere.at funktioniert als echtes fachwissenschaftliches Publikationsorgan für studentische Arbeiten und verfolgt eine open access policy – alle Texte sind ohne Zugriffsbeschränkungen möglich. Die veröffentlichten Papers durchlaufen Reviews auf mehreren Ebenen: Proseminar- und Seminararbeiten, die von den Lehrenden sehr gut beurteilt wurden, werden vom HerausgeberInnen-Team ein zweites Mal begutachtet. Von den 52 eingereichten Beiträgen wiesen 35 die notwendige Qualität auf, um in die jetzt vorliegende Erstausgabe von historia.scribere aufgenommen zu werden. Diese Zeitschrift zeichnet sich gegenüber anderen elektronischen Publikationsorganen für Arbeiten von Studierenden (wie Hausarbeiten.de, textfeld, eLib.at) gerade durch dieses mehrstufige Peer-review-Verfahren aus (die in Graz erscheinende e-ZS Erstausgabe setzt erst ab Dissertationen ein).

 

historia.scribere.at verfolgt, wie Eva Pfanzelter vom Institut für Zeitgeschichte – eine der drei Gründerinnen – ausführte, damit auch weitere Ziele: „Die Studierenden erhalten dadurch Qualitätsvorgaben im Netz, auf die von Lehrenden verwiesen werden kann; durch die Einbindung in den Publikationsprozess macht die Einhaltung normierter Formalvorgaben für Studierende nachvollziehbar Sinn; die Studierenden – in Zukunft auch auf MA- und PhD-Niveau – erhalten nebenbei eine Vorbereitung auf Berufsfelder wie (wissenschaftliches) Publizieren oder Journalismus; und schließlich wirkt diese Publikation auch schon als interne Benchmark bei der Bewertung studentischer Qualifikationsarbeiten.“

 

Irene Huber vom Institut für Alte Geschichte verwies darauf, dass geisteswissenschaftliche online-Publikationen v. a. im deutschsprachigen Raum noch immer eine Randerscheinung darstellen, dass sich dies aber gerade in wirtschaftlich engen Zeiten bald ändern könne, da herkömmliche Print-Versionen immer schwerer zu finanzieren sind. So lernen die Studierenden mit historia.scribere auch die Schritte des online-Publikationsprozesses und werden so von Seiten der Lehrenden höchst professionell in diesen Teilbereich eingeführt.

 

Gunda Barth-Scalmani vom Institut für Geschichte und Europäische Ethnologie führte aus, dass an renommierten angelsächsischen Universitäten Best-Paper-Awards nicht nur Auszeichnungen und finanzieller Anreiz seien, sondern mitunter auch die ersten Sprossen akademischer Karrieren oder erfolgreicher Berufslaufbahnen markieren. Ein bisschen etwas von diesem sportlichen und spielerischen Kräftemessen in unsere Lernkultur zu übertragen, sei auch Absicht bei der Gründung dieser elektronischen Zeitschrift gewesen.

 

Best Paper Award

Die Auswahl für den Best-Paper-Award historia.scribere 2009 fiel den Herausgeberinnen angesichts der Menge an sehr guten Arbeiten nicht leicht. Vier Studierende wurden den hohen Maßstäben gerecht und konnten in einer kleinen Feier das Preisgeld der Fakultät sowie ein von Der Standard zur Verfügung gestelltes Drei-Monats-Abonnement aus der Hand des Dekans entgegennehmen. Die Preisträger sind: Florian Huber, Helene Maria Kraler, Christian Emil Steppan und Stefanie Wörer.

 

Weiters nominiert und mit Zertifikaten ausgezeichnet wurden: Marianna Leitner, Friedrich Stepanek, Franz Ritzer sowie erneut Christian Steppan. Ein Zertifikat mit einer „lobenden Erwähnung“ gab es für Ulrike Gärnter, Monika Kleinheinz und Philipp Strobl.


 

Der STANDARD stellte dankenswerterweise Drei-Monats-Abos für die PreisträgerInnen zur Verfügung.

(ip)