Tag der offenen Tür im Stubaital

Was und wie forschen WissenschafterInnen zum Globalen Wandel im Gebirge? Diese und ähnliche Fragen versuchten ÖkologInnen, Naturgefahrenforscher und Historiker interessierten BürgerInnen und 400 SchülerInnen anhand konkreter Beispiele am 30. und 31. Oktober in Neustift i. Stubaital zu beantworten.
Barbara Stoinschek erläutert u.a. VR Wolfgang Meixner (3. v.li.) 'Landnutzung und Biodiversität'
Bild: Barbara Stoinschek erläutert u.a. VR Wolfgang Meixner 'Landnutzung und Biodiversität'

„Ach, Ihr seid das? Ich habe mich schon gewundert, wozu die vielen Leute dauernd im Boden herumgraben, Zelte in den Wiesen aufstellen und irgendwelche Apparate aufstellen!“, so ein ältere Neustifterin. Solche Bemerkungen hörten die WissenschaftlerInnen während der zweitägigen Öffentlichkeitsveranstaltung häufiger. Und genau dafür war der „Tag der offenen Tür“ im Freizeitzentrum in Neustift im Stubaital gedacht: Man wollte die Neustifter, aber auch alle anderen Interessierten über die langjährigen und intensiven Forschungstätigkeiten im Stubaital informieren.

 

Das geplante Programm bot auch Entsprechendes: Bereits am Donnerstag konnte die Bevölkerung ab 17.00 Uhr die Aktivitäten hautnah bei 9 Informationsständen erleben und selbst ausprobieren. So konnte man erfahren, welche Pflanzenarten wo wachsen und warum oder was Biodiversität mit der Bodenstabilität zu tun hat. Die "Bodenstation" bot die Möglichkeit, die wesentlichsten Bodentypen im Stubaital kennen zu lernen.

 

Welche Tiere leben auf und unter der Bodenoberfläche oder welche Aufgabe haben Regenwürmer? Diese und anderen Fragen wurde ebenfalls angesprochen. Weitere  Stationen informierten über den CO2-und H2O-Austausch zwischen Ökosystemen und der Atmosphäre, die Bodenatmung und die Bestandesatmung oder über verschiedenste Aspekte des Wasserhaushaltes (Versickerung, Wasserqualität, Oberflächenabfluss) und die Nutzung von Fernerkundungsmethoden für ökologische Fragestellungen. Besonders spannend waren für viele die Themen Lawinengefahr und Waldentwicklung sowie der Blick in die Vergangenheit der Landnutzung im Stubaital.

 

Um 20:30 Uhr begrüßte Bürgermeister Mag. Peter Schönherr die zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörer zum offiziellen Festakt.  In seiner Ansprache  unterstrich Rektor Karlheinz Töchterle, dass die Veranstaltung in idealer Weise die Ergebnisse internationaler Spitzenforschung direkt an die unmittelbar vor Ort Interessierten und Betroffenen weitergebe.  Anschließend präsentierte Ulrike  Tappeiner vom Institut für Ökologie die wesentlichen Ergebnisse.

 

Am Freitag besuchten fast 400 Schülerinnen und Schüler aus dem Stubaital die Veranstaltung und versuchten die für einen Quiz benötigten Informationen an den Stationen spielerisch zu erarbeiten.

 

Der Tag der offenen Tür im Stubaital war eine Initiative des Forschungsschwerpunktes „Ökologie des Alpinen Raumes“. Neben mehreren Instituten der Universität Innsbruck (Institut für Ökologie; Institut für Geschichte und Ethnologie) waren auch das Land Tirol  (Gruppe Forst, Sachgebiet Hydrographie und Hydrologie, Abteilung Wasserwirtschaft), das BFW (Institut für Naturgefahren und Waldgrenzregionen) und die EURAC Bozen (Institut für Alpine Umwelt) beteiligt.

 

Links:

Fotogalerie „Tag der offenen Tür“

FSP „Ökologie des Alpinen Raumes“

Institut für Ökologie

Institut für Geschichte und Ethnologie

Gemeinde Neustift i. Stubital

Land Tirol, Gruppe Forst

BFW

EURAC

 

(ip)

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