Theodor-Körner-Preis für „Interim-Management“-Dissertation

Für ihr Forschungsprojekt zum Thema „Interim Management“ erhielt Mag. Michaela Waibel, Doktorandin der Universität Innsbruck, den Theodor-Körner-Preis. Der Fonds fördert junge WissenschaftlerInnen und KünstlerInnen aus Österreich, die hervorragende Leistungen erbringen und von denen zukünftig wichtige Beiträge für ihre jeweilige Fachdisziplin erwartet werden können.
Waibel Körnerpreis
Bild: Bundespräsident Heinz Fischer gratulierte Mag. Michaela Waibl zum Erhalt des Theodor-Körner-Preises 2008.

Das seit 2005 laufende Forschungsprojekt, welches von o. Univ.-Prof. Dr. Stephan Laske (Institut für Organisation und Lernen) und o. Univ.-Prof. Dr. Josef Zelger (Institut für Philosophie) betreut wird,  beschäftigt sich mit dem Phänomen Management-auf-Zeit: „Die Arbeitsverhältnisse, in denen die ArbeitnehmerInnen über einen Arbeitsvertrag an ein Unternehmen gebunden sind, nehmen stetig ab. Dabei sinkt die zeitliche und räumliche Bindung der Arbeitskräfte an das Unternehmen und die Orientierung am „Normalarbeitstag“ geht verloren“, führt Frau Mag. Waibel aus. Im Rahmen dieser Entwicklung kommt es zunehmend auch zu einer Flexibilisierung von Führungspositionen – Interim-Management-Positionen entstehen. „Interim ManagerInnen sind jene Führungskräfte, die für einen im Voraus befristeten Zeitraum auf mittlerer oder oberster Führungsebene im Unternehmen tätig sind. Diese übernehmen Aufgaben, die von unternehmensinternen MitarbeiterInnen aus verschiedensten Gründen nicht übernommen werden können“, so Mag. Waibel weiter.

 

Der Fokus der Forschungsarbeit liegt auf den Wirkungen einer externen, temporären Führungskraft auf die Organisationen und deren MitarbeiterInnen. Im Rahmen einer empirischen Studie werden in acht Unternehmen, die eine/n Interim ManagerIn eingesetzt haben, qualitative Befragungen sowohl der MitarbeiterInnen als auch der Interim ManagerInnen durchgeführt. Die so gewonnenen Daten können dann mittels GABEK (Ganzheitliche Bewältigung sprachlich erfasster Komplexität) ausgewertet werden. Dabei handelt es sich um ein von     em. Univ.-Prof. Dr. Josef Zelger (Institut für Philosophie der Universität Innsbruck) entwickeltes Verfahren zur Analyse, Verarbeitung und Darstellung normalsprachlicher Texte. Das Forschungsprojekt von Frau Mag. Waibel ist bereits das dritte mit dem Theodor-Körner-Preis ausgezeichnete Projekt, das mit GABEK arbeitet.

 

Der Theodor-Körner-Preis wurde Mag. Waibel im Rahmen eines feierlichen Festaktes im großen Festsaal der Universität Wien verliehen. Anschließend lud Bundespräsident Dr. Heinz Fischer die PreisträgerInnen zu einem Empfang in die Präsidentschaftskanzlei der Wiener Hofburg.

 

 

Zum Theodor-Körner-Preis

 

Der Theodor-Körner-Preis wird einmal jährlich an Forschungsprojekte aus den unterschiedlichsten Fachbereichen wie Medizin, Naturwissenschaften, Technik, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, Geistes- und Kulturwissenschaften sowie Projekte aus dem Bereich Kunst und Kultur vergeben. Die Förderungspreise sollen zur Durchführung bzw. Fertigstellung wissenschaftlicher oder künstlerischer Arbeiten ermutigen. Die eingereichten Projekte beurteilt ein Beirat, der sich aus ExpertInnen aus Wissenschaft und Kunst zusammensetzt. Hauptträgerin des Fonds ist die Bundesarbeiterkammer. Die Preise werden in Höhe von € 1.500 und € 3.000 vergeben. Gegründet wurde der Preis im Jahr 1953 anlässlich des 80. Geburtstages von Bundespräsident Theodor Körner, da der Jubilar auf alle persönlichen Geschenke verzichtete.

 

(ck)