Mathematik geht an die Schule - ein nicht alltägliches Projekt

Unter dem Motto „Mathematik geht zu den Schülern“ kam es am 19. und 20. Juni zur Begegnung der SchülerInnen der Volksschule Zirl mit Studierenden und Lehrenden der Universität Innsbruck.
Zwei Schüler der Volksschule Zirl
Bild: Zwei Schüler der Volksschule Zirl

Prof. Norbert Netzer und sein Team zeigten gemeinsam mit neun Studierenden des Instituts für Mathematik den SchülerInnen der Volksschule Zirl, dass Mathematik sehr spannend sein kann und auch in Alltagssituationen eine wichtige Rolle spielt. In zwei Tagen konnten die Kinder auf spielerische Art und Weise Freude am Entdecken, Ausprobieren, Begreifen und Verstehen gewinnen. Ziel dieser Aktion war es,  offen auf die SchülerInnen zuzugehen und dem Vorurteil entgegenzuwirken, dass Mathematik eine schwierige und trockene Disziplin sei.

  

Schätzspiele mit integrierter Verkehrserziehung

 Messen und Schätzen von Geschwindigkeit und Bremsweg waren die Themen des ersten Tages. Das Fahrtechnikzentrum des ÖAMTC am Zenzenhof bot dafür den perfekten Schauplatz. Dabei gab es so manche Überraschung, wenn die Kinder zunächst ihre Tipps abgaben und ihnen dann Betriebsleiter Markus Höllrigl mit seinem Fahrzeug demonstrierte, wo das Auto beim Bremsmanöver tatsächlich stehen bleibt. Mit Staunen beobachteten die SchülerInnen, dass bei doppelter Geschwindigkeit der Bremsweg viermal so lang wird. Außerdem wurde ihnen vorgeführt, wie lange es dauert, bis das Fahrzeug auf einer simulierten Schneefahrbahn anhält. Von den Studierenden erfuhren die Kinder, dass man all diese Phänomene nicht nur schätzen und aus dem Bauch heraus beurteilen, sondern auch mit einfachen Mitteln berechnen kann. Dieses Thema stieß bei den SchülerInnen auf großes Interesse und über die Mathematik hinaus wurde ein wichtiger Beitrag zur Verkehrserziehung geleistet, frei nach dem Motto: „Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir.“

  

Mathematik macht Baumkraxln überflüssig

 Am zweiten Tag wurde die Veranstaltung in der Schule fortgesetzt. Höhenmessung, Denksportaufgaben und mathematische Rätsel standen auf dem Programm. Die Kinder lernten dabei, wie man die Höhe eines Objektes mit einfachen geometrischen Überlegungen bestimmen kann. Das Staunen war groß, als sie erlebten, dass man die Höhe eines Baumes ermitteln kann, ohne auf ihn hinaufzuklettern. Natürlich wurde auch fleißig gerechnet: Zunächst probierten die Kinder auf einem Schachbrett aus, wie schnell die Zahlen wachsen, wenn man beim ersten Feld mit einem Reiskorn beginnend die Zahl der Körner auf den weiteren Feldern jeweils verdoppelt. Als sie bereits nach wenigen Feldern eine ganze Packung verbraucht hatten, wurde ihnen klar, dass einem derartigen Wachstumsprozess natürliche Grenzen gesetzt sind.

Nach der Pause setzten sich die SchülerInnen mit Zahlen auseinander. Geheimnisvoll erschienen ihnen jene Zahlensysteme, die in früheren Kulturen verwendet wurden. Schlussendlich konnten sie sich aber doch mit den römischen und babylonischen Zahlen anfreunden.

Der Vormittag endete mit einer Fülle von Spielen, Kartentricks und Rätseln, die in kleinen Gruppen durchgeführt wurden. Die Kinder waren dabei hoch motiviert und ihre neugierigen Fragen wurden für das Betreuerteam zu einer großen Herausforderung. Bei einem Würfelspiel, dessen Ergebnis erst am Schluss bekanntgegeben wurde, trat die Schule gegen die Universität an. Überwältigend war dann der Jubel, als sich herausstellte, dass die Schule die UNI geschlagen hatte.

Für alle Verantwortlichen und Beteiligten, von der Schulaufsicht  und der Schulleitung bis zu den Lehrpersonen und dem Projektteam, war die Veranstaltung ein voller Erfolg. Das Wichtigste aber ist, dass die Hauptakteure - die Kinder - begeistert waren.