Archäologenverband trifft sich in Innsbruck

Ende Juni fand in Innsbruck die Regionalverbandstagung des Dachverbandes archäologischer Studierendenvertretungen statt. Zum Netzwerk-Treffen kamen Archäologie-Studierende aller österreichischen Universitätsstädte ins neue Universitätszentrum im Atrium-Gebäude, um sich über aktuelle Themen auszutauschen.
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Bild: Archäologische StudienvertreterInnen aus ganz Österreich trafen sich in Innsbruck zu ihrer Regionalverbandstagung.

Von 20. bis 22.Juni 2008 konnten Vertreter aller archäologischen Studienrichtungen an Österreichs Universitäten zur Regionalverbandstagung Österreich des Dachverbandes archäologischer Studierendenvertretungen in Innsbruck und Volders begrüßt werden. Ins neue Universitätszentrum im ATRIUM-Gebäude hatten Peter Lochmann und Monika Datterl, die Vorsitzenden der Studienvertretungen für Klassische Archäologie und Ur- und Frühgeschichte, eingeladen.

 

Der Dachverband archäologischer Studierendenvertretungen

 

Der in Regionalbereiche untergliederte DASV e.V. ist der Dachverband aller archäologischen Studierendenvertretungen im deutschsprachigen Raum. Ziel ist die Vernetzung der Studierenden der archäologischen Fächer in Deutschland, Österreich und der Schweiz untereinander und somit die Bildung eines gemeinsamen Sprachrohres gegenüber Universitäten, Politik und Öffentlichkeit. Im Zuge regelmäßiger Treffen sollen Problemfelder der Studierenden angesprochen und länderübergreifende Lösungsvorschläge erarbeitet werden.

 

Arbeitsgruppen zu Studienplänen, Öffentlichkeitsarbeit und Schulen

 

Beim Treffen in Tirol wurden in parallel laufenden Arbeitsgruppen aktuelle Themen bearbeitet. Vordringlichstes Anliegen war der Vergleich der durch den Bologna-Prozess neu einzurichtenden Studien mit dreigliedrigem System (Bachelor, Master und PhD). Dies ist insbesondere von Bedeutung, da jede österreichische Universität eigene und durchaus verschiedene Lösungsansätze für die neuen Studien gefunden hat. Bei der Besprechung der Studienpläne stellte sich heraus, dass die einzelnen Studien zwar grundsätzlich ähnlich aufgebaut sind, sich aber in ihrer fachlichen Spezialisierung und Moduleinteilung deutlich unterscheiden. „Somit kann man sagen, dass die Mobilität der Studierenden schon allein innerhalb Österreichs dadurch keinesfalls erleichtert, wenn nicht gar erschwert werden wird“, meint dazu Monika Datterl.

 

Ein weiteres zentrales Thema war die Präsentation der Archäologie in der Öffentlichkeit und hier besonders im schulischen Bereich. Eine der Arbeitsgruppen erstellte einen Studienführer für alle archäologischen Fächer in Österreich, der an Schulen versandt bzw. im Zuge von Maturantenberatungen und Berufsinformationsmessen an Schülerinnen und Schüler weitergegeben werden soll. Weiters  wurde ein Arbeitsblatt ausgearbeitet, anhand dessen Studierende der Archäologie ihr Fach im Rahmen einer Schulstunde vorstellen können. Dem Alter der Kinder entsprechend wurden Themen, Aktivitäten und Lehrmittel zusammengestellt. In den kommenden Monaten sollen diese Konzepte in Zusammenarbeit mit Schulen und Lehrern in die Praxis umgesetzt werden. „Das Ziel wäre interessierte Schülerinnen und Schüler schon vorab über die verschiedenen archäologischen Studienmöglichkeiten in Österreich zu informieren und für unsere Fächer zu begeistern“, wünscht sich Peter Lochmann, der derzeit auch als österreichischer Vertreter im Vorstand des DASV e.V. sitzt.

 

 

Workshops für Archäologie-Studierende

 

Als letzter großer Punkt wurde beschlossen, in Zukunft österreichweite Workshops für Archäologie-Studierende zu organisieren, bei denen auch unter Einbeziehung von Experten fächerübergreifende Themen gemeinschaftlich erarbeitet werden sollen. Neben der fachlichen Weiterbildung soll so aber auch die Kommunikation der Studierenden innerhalb Österreichs gefördert werden.

 

Den Ausklang der Veranstaltungen bildeten Exkursionen in das Museum für Industrie und Vorgeschichte in Wattens, wo die archäologischen Funde der näheren Umgebung ausgestellt sind, sowie zur eisenzeitlichen Fundstelle „Himmelreich“ in Volders. Auch ein Besuch der archäologischen Sammlung des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum stand für die Teilnehmer auf dem Programm.

 

Die von der Österreichischen Hochschülerschaft, dem Vizerektorat für Forschung der Universität Innsbruck und der Gemeinde Volders unterstütze Tagung war für alle Teilnehmer ein großer Erfolg. Um die guten Beziehungen unter den einzelnen Universitätsstädten weiter auszubauen und sicherzustellen soll, bereits im November in Mainz das nächste Treffen des Dachverbands archäologischer Studierendenvertretungen stattfinden.

(ip)