Vom Elfenbeinturm in die Fanmeile

Dass Wissenschaft und Fußball kein Widerspruch sein müssen, das bewies am Dienstag 24.6.08 die Innsbrucker Fußball-Forschungsgruppe mit einer Buchpräsentation der anderen Art auf der Kulturbühne vor dem Landestheater. Präsentiert wurde der Sammelband „The Linguistics of Football“ (Tübingen: Narr), der aus einem internationalen Workshop in Innsbruck im Oktober 2007 hervorgegangen ist.
Mitglieder der Fußball-Forschungsgruppe präsentierten ihren Sammenband "The Linguistics of Football" vor dem Landestheater.
Bild: Mitglieder der Fußball-Forschungsgruppe präsentierten ihren Sammenband "The Linguistics of Football" vor dem Landestheater.

Was Materazzi damals wirklich zu Zidane gesagt hat, wer Edison Arantes do Nascimento ist, warum mit “banana shot” nicht ein Cocktail mit Bananenstückchen gemeint ist, welcher Sprache die Fußballausdrücke ofsajd, driblati, faulirati und špilmaher angehören und in welchem Land die „Kanarienvögel“ gegen die „brüllenden Löwen“ antreten - all das wurde in einem vielsprachigen Publikumsquiz gefragt, in dem es Fragen auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch, aber auch auf Arabisch, auf Japanisch und auf Tschechisch gab.

 

In einer wohl einzigartigen Solo-Pantomine spielte Peppino Brienza den Zidane-Incident mit sämtlichen Beteiligten nach, und dann gab es noch schöne Preise für alle, die erraten hatten, dass mit „Wikinger“ keinesfalls die nigerianischen Fans gemeint sein können (sondern natürlich die Schweden) und dass der Schiedsrichter mit seinen Assistenten nicht durch Rauchzeichen, sondern über Funk verbunden ist.

 

All diese Antworten finden sich natürlich in dem Buch „The Linguistics of Football“, für das es schon eine Reihe von Rezensionsanfragen sowohl von Fußball-Zeitschriften als auch von sprachwissenschaftlichen Publikationsorganen gibt. Den frisch erschienenen Band schwenkend, verabschiedeten sich schließlich die Fußball-ForscherInnen von ihrem zahlreich erschienenen und (ob der schönen Preise) hochzufriedenen Publikum.

 

Die Innsbrucker Fußball-Forschungsgruppe wurde 2006 im Rahmen des Forschungsschwerpunkts „Mehrsprachigkeit“ der Philologisch-kulturwissenschaftlichen Fakultät gegründet. Ihre Mitglieder sind: Eva Lavric und Irene Giera (Romanistik), Gerhard Pisek und Andrew Skinner (Anglistik), Wolfgang Stadler (Slawistik), Erika Giorgianni (Translationswissenschaft) und seit kurzem auch zwei Anglistik-Studenten, Benjamin Kremmel und Franz Holzknecht. Für die Präsentation wurden sie von Adel el Sayed (Innsbruck) sowie Jan Chovanec und Alena Podhorna (Brno) verstärkt, die in dem Band  vertreten sind und mit denen schon das nächste Fußball-Projekt im Laufen ist: die Untersuchung der sprachlichen und kulturellen Integration von Legionären.

 

(fußball-forschungsgruppe)

 

 

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