Inszenierung des Sieges – Sieg der Inszenierung

Vom 28. bis zum 31. Mai fand in der Claudiana eine interdisziplinäre Tagung zum Thema „Inszenierung des Sieges – Sieg der Inszenierung“ statt, die vom Forschungsschwerpunkt „Schnittstelle Kultur“ an der Philosophisch-Historischen Fakultät ausgerichtet wurde.
Rektor Karlheinz Töchterle eröffnete die Tagung
Bild: Rektor Karlheinz Töchterle eröffnete die Tagung

Das Symposium stellte sich die Aufgabe, eine Basis für ein größer angelegtes Forschungsprojekt zu legen, in dessen Zentrum eine tiefgreifende Analyse des ubiquitären anthropologischen Phänomens des Sieges und seiner Inszenierung steht.

 

Entsprechend breit gefächert waren die Themen, mit denen sich über 30 Referentinnen und Referenten auseinandersetzten. Das Spektrum spannte sich von den Frühkulturen bis in die Gegenwart - vom kriegerisch-militärischen Sieg und dessen propagandistischer Überhöhung und politischer Instrumentalisierung bis hin zur Siegesinszenierung im Sport oder dem Aspekt des Sieges über die Natur, der facettenreich beleuchtet wurde.

 

Der Anspruch einen fächerübergreifenden Gedankenaustausch zwischen Innsbrucker WissenschafterInnen und der internationalen Spezialforschung in Gang zu setzen, konnte dabei in vielfacher Weise eingelöst werden. Die gehaltenen Referate regten zu intensiven Diskussionen an. Zum Kristallisationspunkt des Diskurses avancierte v.a. die Frage nach den anthropologischen Handlungsmustern, die im interkulturellen Vergleich der historischen Einzelbefunde Kontur gewannen – und nach der Scheidung dieser Konstanzphänomene von den konkreten gesellschaftlichen Bindungen und Funktionen der Inszenierung von Siegen.

 

In dieser Weise eröffnete das Symposium einen fruchtbaren Ausgangspunkt, die Inszenierung von Siegen als einen elementaren Kommunikations- und Handlungsmechanismus differenzierter zu entschlüsseln. „Für das Verständnis dieses Phänomens wird es unabdingbar sein, die Grenzen des interdisziplinären Rahmens weiter auszuweiten (Psychologie, Biologie, Neurowissenschaften ...)“, dies war eines der Ergebnisse, das die TeilnehmerInnen aus der Tagung mitnahmen.

 

(sr)