Vom Vielfraß zum Leichtgewicht

Am 31. Mai wurde die Ausstellung „Vom Vielfraß zum Leichtgewicht - Tropische und heimische Schmetterlinge“ im Glashaus des Botanischen Gartens der Universität Innsbruck eröffnet.
Zebra Falter (Heliconius charitonius)
Bild: Zebra Falter (Heliconius charitonius)

„Es freut mich als Vizerektor für Forschung besonders, dass der Botanische Garten nicht nur als wesentliche Ressource für Forschung und Lehre dient, sondern auch ein Bindeglied zur Öffentlichkeit darstellt“, so Vizerektor Tilmann Märk in seinen Eröffnungsworten. Prof. Sigmar Bortenschlager, Leiter des Instituts für Botanik, betonte vor allem die große Zahl an gezeigten Schmetterlingen: „Auf einer Fläche von ca.120 m² fliegen im Schnitt 150 tropische Schmetterlinge; circa 20 verschiedene Arten aus Asien, Afrika und Südamerika sind vertreten.“

 

Optimale Bedingungen

Die unterschiedlichen Arten sind in ihren verschiedenen Entwicklungsstadien zu beobachten. Die Puppen, die von Züchtern aus den betreffenden Herkunftsländern stammen, werden per Luftpost geliefert und in der „Puppenstube“ an Zweigen befestigt. „Hier herrschen kontrollierte Bedingungen: 28°C und 80% Luftfeuchte“, erklärt Dr. Suzanne Kapelari von der Grünen Schule des Botanischen Gartens.

Nach beendeter Metamorphose schlüpfen die Falter aus den Puppenhüllen, pumpen die Flügel mit Luft und Hämolymphe auf und nach kurzer Trocken- und Ruhezeit, begeben sie sich auf Futter- und vor allem auf Partnersuche. „Direkt nach und beim Schlüpfen sind die Schmetterlinge sehr empfindlich. Berührungen oder sonstige Störungen können zu Deformierungen der Flügel oder anderer Organe wie z.B. des Saugrüssels führen“, so Kapelari.

Das Glashaus des Botanischen Gartens wurde optimal an die Bedürfnisse der Schmetterlinge angepasst: Die Raumtemperatur beträgt mindestens 24° C und der Bachlauf in der Mitte des Glashauses sorgt für genügend hohe Luftfeuchtigkeit.  Bei der Bepflanzung des Glashauses wurde neben dem gestalterischen Aspekt besonders auf geeignete Raupenfutterpflanzen (Musa sp. Heliconia sp., Citrus sp., Passiflora sp. Aristolochia sp.)  und Nektarpflanzen geachtet.

„Einige Falter, wie der Bananenfalter, pflanzen sich direkt im Glashaus fort. Eier und Raupen dieses Falters sind an der Bananenstaude zu finden“, berichtet Kapelari.

 

Vom Ei zum Schmetterling

Im neu gestalteten Ausstellungsraum des Botanischen Gartens werden Informationen über das Leben und die Anatomie der Schmetterlinge, die Metamorphose, das Paarungsverhalten, Überlebensstrategien, Beziehungen zwischen Schmetterlingen und Pflanzen sowie das Thema „Schmetterlinge als Nützlinge und Schädlinge“ anschaulich auf Postern dargestellt. In Schaukästen sind zahlreiche heimische Schmetterlingsarten zu sehen. In einer Vitrine wird der heimische Schwalbenschwanz gezüchtet. Alle Schritte der Metamorphose vom Ei, unterschiedliche Raupenstadien und die Puppen sind zu beobachten. Dem Seidenspinner und der Seidenherstellung ist ein weiterer Bereich gewidmet.

 

Ausstellungsdauer

Die Ausstellung ist von vom 1.Juni bis 5.Oktober 2008 täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Informationen zu Eintrittspreisen sowie zum Führungsangebot finden Sie hier: http://botany.uibk.ac.at/bot-garden/garten/index.html

 

(sr)