Frankreich unter Palmen: Französich-Guyana und der Europäische Raumhafen Kourou

Nicht nur Paris, die Côte d'Azur und die Loire-Schlösser gehören zu Frankreich, sondern auch Gebiete auf der „anderen“ Seite des Globus, etwa Französisch-Guyana in Mittelamerika.
Reinhard Papp und Prof. Eva Lavric
Bild: Reinhard Papp und Prof. Eva Lavric

Reinhard Papp, Ingenieur am Europäischen Raumhafen Kourou, entführte am 19. Juni auf Einladung des interdisziplinären Frankreich-Schwerpunkts der Universität Innsbruck in ein Land mit verschwenderischer Flora und Fauna und bunt gemischter Bevölkerung, in dem Regenwald und Raumfahrt aufeinander treffen.

 

Ein zahlreiches und interessiertes Publikum lauschte im Saal New Orleans den Ausführungen dieses österreichischen Wahl-Guyanesen, der mit zahlreichen Bildern Natur, Kultur, Lebensart und Wirtschaft dieses Stücks Regenwald in der Größe Österreichs präsentierte, wo in jenem ehemaligen Straflager auf den Teufelsinseln, aus dem im 19. Jahrhundert „Papillon“ entwich, heute Einrich­tungen des europäischen Raumfahrtzentrums den Start der Euro-Rakete „Ariane“ überwachen.

 

Was ihm in Guyanae gegenüber Österreich am meisten fehl, wurde er gefragt, und in Österreich gegenüber Guyana? Für Europäer kaum nachvollziehbar seine erste Antwort: Neben der guten österreichischen Küche seien es vor allem die Jahreszeiten, Frühling, Herbst und Winter, für die er immer wieder einen Heimaturlaub einlege. Denn der ständige Sommer falle einem auf Dauer auf die Nerven… Und wenn er dann wieder einmal hier in Österreich sei, fehle ihm vor allem das Buntgemischte der Bevölkerung. Dass hier beinahe jedermann weiß sei, sei ziemlich langweilig im Vergleich zu der aus Afrikanern, Kreolen, Indigenen, Asiaten und natürlich Europäern zusammengesetzten guyanesischen Bevölkerung. Er freue sich richtig, jedes Mal, wenn er bei uns auf der Straße einen schwarzen Menschen sehe!

 

So mancher im Publikum wird von exotischen Fernen zu träumen angefangen und die Ohren gespitzt haben, als berichtet wurde, dass in Guyana noch großer Bedarf nach Ärzten, Lehrern, Wirtschaftlern und Ingenieuren herrscht...

 

Text: Florian Schallhart