Der Mensch als Fisch, oder warum Psychologie auch nicht hilft

Sie tauchen in die Tiefen der menschlichen Seele und fischen dort Absurdes bis Groteskes. Dreimal traten sie bereits im Bierstindl auf, heute kann man sie noch in den Kammerspielen bewundern. Die Rede ist von der italienischen und der französischen Theatertruppe der Innsbrucker Romanistik, die mit Professionalität, Humor und sichtbarer Freude am Spiel das Publikum in ihren Bann schlägt.
Die Theatergruppe der Romanistik spielt noch heute in den Kammerspielen auf.
Bild: Die Theatergruppe der Romanistik spielt noch heute in den Kammerspielen auf.

Der Abend „Double en-jeu“ der französischen Truppe ist ein absurder Bilderbogen, der wie ein seiltanzender Clown auf der Kante zwischen tragisch und komisch balanciert. Wir erfahren unter anderem, warum der Mensch besser ein Fisch geblieben wäre (was er aber zum Glück wieder werden kann), warum man ein Theaterstück auch aufführen kann, ohne ein Wort zu sagen oder einen Finger zu bewegen (wenn man nur das richtige Publikum hat), und wieso es einem Zeit und Geld sparen kann, von der richtigen Frau geliebt zu werden.

 

In „Non aprire quell’armadio“ wiederum zieht die italienische Truppe mit viel Tempo und präzisem Slapstick sämtliche modernen Psychologie-, Psychotherapie- und Psychoanalyse-Richtungen durch den Kakao, von Freud über Jung bis zur Gestalttherapie. Zwischen Commedia dell’arte und Vaudeville liegt der Stil dieser in strengem Schwarzweiß inszenierten Komödie um die Verirrungen der Seele und jene der Therapie.

 

Mehr wird nicht verraten. Überzeugen Sie sich selbst! Amüsieren Sie sich selbst: Kammerspiele, Montag, 26.5.2008, 19.00h (Französisch), 20.30h (Italienisch)

 

Vorschau: Donnerstag, 29. Mai, 20.00h, Bierstindl, Theater auf Deutsch von einer französischen Studententruppe aus Toulouse: Die Compagnie de la Vieille Dame spielt „Worte und Körper“.

Text: Eva Lavric

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