Studierende der LFU erstmals bei weltweit größter UNO-Simulation vertreten

Nach mehr als eineinhalbjähriger Vorbereitung nahm heuer erstmals eine Delegation der Universität Innsbruck am renommierten National Model United Nations (22.-26. April 2008) in New York teil.
Die Innsbrucker Delegation vertrat Dänemark
Bild: Die Innsbrucker Delegation vertrat Dänemark

Unter der Leitung von Dr. Franz Eder und Dr. Martin Senn repräsentierten 18 Studentinnen und Studenten der Politikwissenschaft das Königreich Dänemark beim weltweit größten Planspiel dieser Art. Die Delegation der Universität Innsbruck hatte dabei Gelegenheit, sich mit mehr als 2.000 Studierenden aus aller Welt zu messen. Das Resümee der TeilnehmerInnen fällt durchwegs positiv aus. „Die Sitzungen in den Komitees waren nicht immer einfach und verlangten von uns Einiges an Verhandlungsgeschick. Dennoch konnten wir sehr zufrieden mit unserer Leistung vom Verhandlungstisch abtreten“, meint etwa Caroline Walser, die zusammen mit Christoph Elhardt für Dänemark in der Internationalen Atomenergiebehörde tätig war.

 

 

Seit 40 Jahren bietet NMUN Studierenden die Möglichkeit, einen Einblick in den Ablauf diplomatischer Verhandlungen im Rahmen der Vereinten Nationen zu gewinnen. In der Regel repräsentiert dabei jede Delegation einen Mitgliedsstaat der UNO, wobei es seit einigen Jahren auch zunehmend Abordnungen gibt, die NGO’s vertreten. Auf der Tagesordnung stehen brandaktuelle und brisante Themen, wodurch spannende und abwechslungsreiche Gespräche garantiert sind.

 

 

Für eine erfolgreiche Teilnahme an einer Model United Nations ist eine umfassende Vorbereitung von essentieller Bedeutung. Zuerst gilt es, sich grundsätzlich mit der Struktur und den Funktionen der Vereinten Nationen auseinanderzusetzen. In einem zweiten Schritt müssen die Studierenden die Position des zu repräsentierenden Staates im jeweiligen Komitee verinnerlichen, sodass diese auch authentisch vertreten werden kann. Die wissenschaftliche Leitung der Innsbrucker Delegation übernahmen Dr. Eder und Dr. Senn vom Institut für Politikwissenschaft. Sie hatten bereits im August 2006 eine Delegation der Uni Innsbruck für das Vienna International Model United Nations (VIMUN) geleitet und sorgten auch diesmal für eine optimale Vorbereitung. Im Wintersemester 2007/08 hielten sie das Seminar „The United Nations in a New Security  Environment“, das für alle TeilnehmerInnen verpflichtend war. Im Rahmen dieser Lehrveranstaltung erlernten die künftigen „Delegierten“ die Fertigkeit, Resolutionen zu verschiedensten Themen zu erarbeiten und zu begründen; eine Aufgabe mit der sie auch vor Ort in New York konfrontiert waren. Abgerundet wurde die Vorbereitung durch einen Vortrag des dänischen Botschafters in Österreich, S.E. Hugo Østergaard-Andersen, an der Universität Innsbruck und den Besuch der Vertretung Dänemarks bei den Vereinten Nationen in New York. Durch diese beiden Briefings erhielten die Mitglieder der Delegation einen hautnahen und profunden Einblick in die Tätigkeiten Dänemarks im Rahmen der Vereinten Nationen. Der Besuch der österreichischen Vertretung in New York bildete schließlich einen äußerst interessanten Abschluss der Vorbereitungsphase und wurde von den Studierenden auch genutzt, um Informationen über Praktikums- und Berufsperspektiven im diplomatischen Dienst zu sammeln.

 

 

Neben diesen Besuchen und den Verhandlungen im Rahmen der Simulation, stellten insbesondere jene Programmpunkte ein Highlight dar, die in der UNO-Zentrale abgehalten wurden. Zusätzlich zu den Eröffnungs- und Abschlusszeremonien, die in der General Assembly Hall stattfanden, wurden Abstimmungen der Generalversammlung, des Wirtschafts- und Sozialrats sowie des Sicherheitsrats im UNO-Gebäude simuliert.

 

„Die Vorbereitung auf NMUN 2008, der Aufenthalt in New York und die Teilnahme an dieser Simulation war für alle Mitglieder der Delegation ein Erlebnis, das in vielerlei Hinsicht prägend war. Das Institut für Politikwissenschaft wird auch in Zukunft im Bereich der UNO-Simulationen aktiv bleiben, da wir diese als äußerst nachhaltige Methode im Rahmen unserer Lehrveranstaltungen zur internationalen Politik erlebt haben,“ erklärt Martin Senn. „Last but not least sei an dieser Stelle noch einmal all großzügigen Sponsoren herzlichst für ihre Unterstützung gedankt! Ohne ihre Förderung wäre die Umsetzung des Projektes „NMUN08 – Delegation Innsbruck“ nicht denkbar gewesen“.

 

Homepage der Delegation: http://www.nmun-innsbruck.at/ 

Text: Matthias Egger