Robert Schorn erhält den Theodor-Körner-Preis

Für sein Forschungsprojekt „Gefahren und Vermeidung der Manipulation von KonsumentInnen“ wurde Robert Schorn mit dem Theodor-Körner-Preis ausgezeichnet. Die Preisverleihung im Großen Festsaal der Universität Wien wurde von AK-Präsident Mag. Herbert Tumpel vorgenommen. Anschließend lud Bundespräsident Dr. Heinz Fischer zu einem Empfang in die Präsidentschaftskanzlei in der Wiener Hofburg.
Bundespräsident Dr. Heinz Fischer gratuliert dem Preisträger Dr. Robert Schorn
Bild: Bundespräsident Dr. Heinz Fischer gratuliert dem Preisträger Dr. Robert Schorn

Der Theodor-Körner-Fonds fördert junge WissenschaftlerInnen und KünstlerInnen Österreichs, die hervorragende Leistungen erbringen und von denen wichtige Beiträge für ihre jeweiligen Fachdisziplinen erwartet werden können. Die eingereichten Projekte werden von einem Beirat beurteilt, der sich aus ExpertInnen aus Wissenschaft und Kunst zusammensetzt. Unter den bisherigen PreisträgerInnen befinden sich unter anderem der Germanist Wendelin Schmidt-Dengler, die Mikrobiologin und Genetikerin Renée Schroeder, der Erfinder von „Penicillin V“ Karl Hermann Spitzy sowie der Maler Christian Ludwig Attersee.

 

Robert Schorn vom Institut für Strategisches Management, Marketing und Tourismus erhielt den Preis für sein Forschungsprojekt "Gefahren und Vermeidung der Manipulation von KonsumentInnen“.

 

Manipulation von KonsumentInnen

Zum Thema Manipulation oder nichtbewusste Beeinflussung von Konsumenten herrschen derzeit unterschiedliche Ansichten und Meinungen vor. Viele Menschen haben von Vance Packards Buch „Die geheimen Verführer“ oder James Vicarys Behauptung, durch subliminale Einblendungen während eines Kinofilms die Umsätze von Cola und Popcorn drastisch gesteigert zu haben, gehört. Ob und wie derartige Methoden funktionieren, ist allerdings nur wenigen bekannt. Zwar sind subliminale Einblendungen von Botschaften in Filmen in den meisten Ländern gesetzlich verboten, die Forschung zur nichtbewussten Beeinflussung von Einstellungen und Verhalten hat in den letzten Jahren jedoch Fortschritte gemacht, die ungeahnte Möglichkeiten der Manipulation von Denken, Fühlen und Verhalten in sich bergen. In diesem Forschungsvorhaben sollten Erkenntnisse zur nichtbewussten Beeinflussung von Menschen, die in den letzten Jahren vor allem in den Bereichen der Allgemeinen und der Sozialpsychologie gewonnen wurden, herangezogen und auf ihre – mögliche missbräuchliche – Verwendung im Bereich des Konsumentenverhaltens überprüft werden. Durch Experimente soll herausgefunden werden, wie und unter welchen Umständen manipulative Methoden in realen Kaufsituationen zur Anwendung kommen könnten. Die Ergebnisse sollten als Impuls für mögliche gesetzliche Maßnahmen dienen sowie Hinweise liefern, wie sich Konsumenten möglichen Manipulationsmethoden entziehen können. Robert Schorn meint dazu: „Da davon auszugehen ist, dass Unternehmen oder andere Organisationen, die über derartiges Wissen verfügen und es gewinnbringend einsetzen können, diesen Wettbewerbsvorteil nicht publik machen wollen, sehe ich es als Pflicht von gemeinnützigen Organisationen wie Universitäten, derartige Phänomene unter Zuhilfenahme anerkannter wissenschaftlicher Methoden zu überprüfen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.“

Text: Elisabeth Pichler