Nachholbedarf beim Umgang mit Digitalen Forschungsdaten

Der Ausbau und die Weiterentwicklung von Infrastrukturen zur sicheren Archivierung und Bereitstellung von elektronischen Forschungsdaten ist eines der zentralen Themen des österreichweiten Projekts e-Infrastructures Austria, an dem auch die Universität Innsbruck als Partnerin beteiligt ist. Eine kürzlich veröffentliche Studie zeigt großen Nachholbedarf in diesem Bereich.
Eine Erhebung zeigt Nachholbedarf bei der Archivierung digitaler Forschungsdaten.
Bild: Eine Erhebung zeigt Nachholbedarf bei der Archivierung digitaler Forschungsdaten.

Das österreichweite Projekt e-Infrastructures Austria wurde 2014 vom Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft initiiert, die Universität Innsbruck ist seit Beginn als Partnerin beteiligt. Erklärtes Ziel des Projektes, an dem alle 20 Universitäten und fünf weitere extrauniversitären Einrichtungen beteiligt sind, ist ein koordinierter Aufbau und die Weiterentwicklung von Repositorieninfrastrukturen für Forschung und Lehre sowie effizientes und nachhaltiges Forschungsdatenmanagement. „Mit einer Erhebung zum österreichweiten Umgang mit Forschungsdaten, wollte das Projektteam zum einen Bewusstsein für die Thematik Forschungsdaten schaffen, zum anderen aber auch den Status Quo des gelebten Umgangs mit Forschungsdaten erheben. Ebenso sollten Anforderungen an zukünftige forschungsunterstützende Services erfragt werden“, erläutert Mag. Veronika Gründhammer von der Abteilung Digitale Services an der Universitäts- und Landesbibliothek Innsbruck.

Bedarf aufgezeigt

Forschungsdaten sind im internationalen Kontext zu einem zentralen Thema der Forschungspolitik und der Forschungsförderer geworden. Eine Entwicklung, die auch Auswirkungen auf Österreich hat. Fördergeber wie die Europäische Kommission machen Forschungsdaten zu einem wesentlichen Kriterium ihrer Förderpolitiken. Alle österreichischen Forschungseinrichtungen sind zunehmend mit den Herausforderungen effektiven Datenmanagements konfrontiert.. „Die Studie zeigt zum Beispiel, dass der Großteil der befragten Forschenden mehr als drei Viertel seines Forschungsdatenvolumens in digitaler Form erstellt, jedoch nur jede und jeder Siebte Datenarchive oder Repositorien nutzt“, so Veronika Gründhammer. „Der Report bietet aber nicht nur einen sehr guten Überblick über die derzeit aktuellen Praktiken und genutzten Technologien der unterschiedlichen Disziplinen an den verschiedenen Universitäten, sondern beinhaltet auch Maßnahmen, die für den Umgang mit Forschungsdaten in Österreich dringend empfohlen werden.“

 (red)