Sabbatical mal andersrum

Der Physiker Glenn Solomon verbringt als Fulbright-Professor ein Semester am Institut für Experimentalphysik der Uni Innsbruck. Für den vielbeschäftigten Forscher am Joint Quantum Institute des US-amerikanischen National Institute of Standards and Technology ist das auch mit einer Rückkehr in den Hörsaal verbunden.
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Bild: Physiker Gregor Weihs mit Fulbright-Professor Glenn Solomon.

Glenn Solomon hat als diesjähriger Fulbright-Professor für Naturwissenschaften an der Uni Innsbruck ein Büro im zweiten Stock des Viktor-Franz-Hess-Hauses bezogen. Die meiste Zeit verbringt er aber im Gemeinschaftsbüro der Arbeitsgruppe um Quantenphysiker Gregor Weihs mit Doktoranden und Postdocs. „Im Austausch mit den jungen Leuten fühle ich mich sehr wohl“, sagt Solomon. Er kennt Weihs schon aus der gemeinsamen Zeit in der Forschungsgruppe von Yoshihisa Yamamoto an der Uni Stanford, wo beide schon in den Jahren von 2001 bis 2004 zusammengearbeitet haben. In den vergangenen Jahren entstanden immer wieder auch gemeinsame Arbeiten. Solomon kommt aus der Halbleiterphysik und hat einen starken technologischen Hintergrund. Er unterstützte Weihs mit speziell hergestellten Halbleiterproben bei seinen quantenoptischen Experimenten. Nun wollten die beiden Forscher ihre Zusammenarbeit weiter intensivieren. Die von der Austrian-American Educational Commission und der Uni Innsbruck gemeinsam getragene Professur bietet ihnen die Möglichkeit, Projekte voranzutreiben und zukünftige Kollaborationen zu planen. „Wir schreiben schon an einigen gemeinsamen Publikationen, eine davon wurde diese Woche bereits zur Veröffentlichung akzeptiert“, freut sich Weihs.

Wertvolles Know-how

Aber nicht nur die Forschung, sondern auch die Studierenden profitieren vom Aufenthalt von Glenn Solomon. Der in den USA nur in der Forschung tätige Physiker kehrt hier in Innsbruck in den Hörsaal zurück. Ein Semester lang hält er eine Vorlesung zur Halbleiterphysik und gibt mehrere Seminare. „Glenn verfügt über Know-how in einem Bereich, der an unserer Universität nicht sehr stark vertreten ist“, sagt Gregor Weihs. „Wir haben schon sehr viel von ihm gelernt.“ Inhaltlich beschäftigen sich die beiden Forscher mit Lichtquellen für die Quantenkommunikation. Dazu nutzen sie Quantenpunkte, das sind Nanostrukturen, die sich quantenmechanisch wie ein einzelnes Atom verhalten.

Bergwelt begeistert

Innsbruck fasziniert Solomon nicht nur wegen der international erfolgreichen Physik, sondern auch landschaftlich und kulturell. „Zuhause fahre ich mit dem Auto in die Arbeit, hier setze ich mich in den Bus und genieße die wunderbare Aussicht auf die Berge“, ist der Physiker begeistert. Deshalb nutzt er auch jede Gelegenheit zum Wandern und Genießen der Bergwelt. „Es wäre schön, wenn ich noch Skifahren gehen könnte, bevor ich in die USA zurückkehren werde“, sagt Solomon. „Ich bin zwar kein großartiger Skifahrer, aber eine es wäre eine einmalige und wundervolle Gelegenheit.“ Ich freue mich auch schon sehr auf den ersten Schnee, um dann endlich Schifahren gehen zu können“, sagt Solomon, der seinen Aufenthalt in Tirol auch dazu nützt, seine Deutschkenntnisse zu verbessern. Ein Deutschkurs am Institut für Quantenoptik und Quanteninformation der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Innsbruck gibt ihm dazu Gelegenheit.

(Christian Flatz)