Mitarbeit am Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen

Am 7. November 2015 führte die Language Testing Research Group Innsbruck unter der Leitung von Carol Spöttl den dritten und letzten Workshop zur Validierung von neuen Deskriptoren für den Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GERS) durch. 10 Expertinnen und Experten arbeiteten gemeinsam an neuen Deskriptoren für den Bereich Mediation.
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Bild: Von links: Matthias Zehentner, Annabell Marinell, David Galvin, Kathrin Eberharter, Michael Schober, Carol Spöttl, Franziska Lehne, Thomas Koidl und Sabine Hosp. (Foto: Language Testing Research Group Innsbruck)

Der vor fast 15 Jahren veröffentlichte Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen (GERS) stellt einen internationalen Meilenstein in der europäischen Sprachenpolitik dar. Er etabliert eine gemeinsame Basis für die Entwicklung von zielsprachlichen Lehrplänen, curricularen Standards, Lehrwerken und Qualifikationsnachweisen und ist mittlerweile zu einem der einflussreichsten Dokumente internationaler Sprachenpolitik geworden. Seit seiner Veröffentlichung erschienen zahlreiche Handreichungen und Materialsammlungen rund um den GERS. Derzeit wird unter der Leitung von Dr. Brian North an einer Aktualisierung des Referenzrahmens gearbeitet, die das Dokument um Deskriptoren für die sprachlichen Aktivitäten der „Mediation“ erweitern soll. Die Language Testing Research Group der Universität Innsbruck (LTRGI, Institut für Fachdidaktik, Bereich Didaktik der Sprachen) wurde von der Language Policy Unit des Europarats zur gemeinsamen Arbeit in diesem internationalen Projekt, das mehr als 130 Institutionen einbindet, eingeladen und vertritt dabei die österreichische Perspektive.

In der neu überarbeiteten Version des GERS bezeichnet Mediation jede sprachliche Aktivität, die dem sprachlichen Vermitteln zwischen Personen und/oder Institutionen dient. Die Person, die als Mediator/in agiert, erleichtert oder ermöglicht dabei den Kommunikationspartnern den Zugang zu Verstehen und Wissen und erleichtert somit den Brückenschlag zwischen unterschiedlichen Gruppen oder Gesprächspartnern. Darunter subsumiert sind das Übersetzen und Interpretieren, multi- und plurilinguale Kompetenzen, Kommunikation durch digitale Medien und das Verstehen und Deuten von Literatur. Im Rahmen von drei Workshops, die im März, Juni und November stattfinden, wurden neue Deskriptoren im Bereich der Mediation validiert, auf ihre Anwendbarkeit überprüft, überarbeitet und auf die bestehenden Referenzniveaus kalibriert.

Mit dem Workshop am 7. November 2015 wurde die Datensammlung der Language Policy Group nun erfolgreich abgeschlossen. Die Publikation der neuen Skalen und Deskriptoren ist Ende 2016 terminisert. Die Forschungsgruppe LTRGI freut sich, durch die Rekrutierung von insgesamt 20 Expertinnen und Experten und der Durchführung der Workshops einen wertvollen Beitrag zu einem Schlüsselinstrument in der internationalen Sprachpolitik und Fremdsprachendidaktik geleistet zu haben.

(Kathrin Eberharter, Benjamin Kremmel, beide LTRGI)