„Let’s talk about television!“

„The Analysis of Fictional Dialogue in Film and Television Series: Between Narratology and Pragmatics“ – zu diesem Thema luden Ende November Prof. Gabriella Mazzon (Institutsleiterin Anglistik) und Prof. Mario Klarer (Institutsleiter Amerikastudien) sowie Cornelia Klecker (Amerikastudien) in die Claudiana.
tv-konferenz2015_800x612.jpg
Bild: Teilnehmerinnen und Teilnehmer der TV-Konferenz (Foto: Christian Stenico)

Der erste Konferenz-Tag war der Linguistik gewidmet: In seinem Keynote-Vortrag gab Jonathan Culpeper von der Universität Lancaster eine Einführung zu verschiedenen „Activity Types“ in fiktiven Dialog-Beispielen. Es folgten Vorträge von Yan Huang (Universität Auckland, Neuseeland), Narine Vlasyan (Chelyabinsk Universität, Russland), die die Serie Suits analysierte, sowie Tobias Auböck (Universität Innsbruck), der Anredeformen in der beliebten TV-Serie The Sopranos untersuchte. Im zweiten Panel des Tages referierten Raffaele Zago (Universität Pavia) über Film-Remakes sowie András Hlavacska und Márton Petykó (Eötvös Lorand Universität) zu Horrorfilmen der Gegenwart. Einen besonderen Abschluss des Tages bildeten zwei linguistische Vorträge von Studierenden der Universität Innsbruck: Matej Antolovic und Marina Wasle analysierten Höflichkeitsformen in The Big Bang Theory, beziehungsweise Machtstrukturen in der Serie Empire.

Der Freitag stand schließlich unter dem Motto der Erzählwissenschaft bzw. Narratologie: Julia Leyda von der Freien Universität Berlin interpretierte in ihrem Keynote-Vortrag die populäre Serie Breaking Bad als modernen Western. Als nächsten Programmpunkt präsentierten JungwissenschaftlerInnen der Universität Innsbruck ihre erzähltheoretischen Analysen: Roberta Hofer widmete sich der Metanarration in Lars von Triers The Kingdom, Christian Stenico untersuchte Erzählerstimmen der Krankenhausserie Scrubs und Julia Möseneder entschlüsselte Manipulationsmechanismen in Mr. Robot. Auch in den folgenden Panels des Tages waren die Innsbrucker Forscherinnen stark vertreten: Elisabeth Senft untersuchte die Serie Downton Abbey, während Rebecca Goss die narrative Komplexität von How I Met Your Mother erläuterte. Manuela Adrigan zeigte Schauerelemente in American Horror Story auf und Thomas Hörl widmete sich in seiner Analyse der Serie Buffy the Vampire Slayer. Monika Bednarek von der Universität Sydney illustrierte den Nutzen der Korpuslinguistik für die Analyse von Dialogen in Fernseh-Serien.

Die rege Teilnahme sowie das hohe Niveau aller Beiträge bestätigten den hohen Stellenwert, den das Medium Fernsehen einnimmt, wie auch die Qualität der Innsbrucker Forschungsleistungen auf diesem Gebiet. Besonders erfreulich ist, dass auch viele Studierende erste Erfahrungen im Wissenschaftsdiskurs sammeln konnten und ihre Arbeiten äußerst professionell vor einem internationalen Publikum präsentierten. Im November 2016 wird eine Konferenz des Instituts für Amerikastudien den Schwerpunkt noch weiter ausbauen: Die Jahrestagung der AAAS (Austrian Association for American Studies) findet vom 11. bis 13. November 2016 in Innsbruck statt und betrachtet „America through the Small Screen: Television and Its Transformations”.

(Roberta Hofer)