Deutscher Wirtschaftsweiser an der Uni Innsbruck

Lars Feld vom Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland widmete sich in einem Vortrag an der Uni Innsbruck der Frage, warum und wann Staatsverschuldung problematisch ist. Veranstaltet wurde der Vortrag von der Forschungsplattform Empirische und Experimentelle Wirtschaftsforschung.
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Bild: Vortragender Lars P. Feld

Die Forschungsplattform “Empirische und Experimentelle Wirtschaftsforschung” lädt jedes Jahr international renommierte WissenschaftlerInnen ein, um über aktuelle, gesellschaftlich relevante Probleme im Rahmen eines öffentlichen Vortrags zu diskutieren. Heuer konnte Univ.-Prof. Dr. Lars P. Feld gewonnen werden. Neben seinen hochrangig publizierten Artikeln ist er natürlich auch aufgrund seiner Tätigkeit als einer der fünf “Wirtschaftsweisen” von Deutschland stark in der Politikberatung tätig. Im Sommer 2013 wurde er von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in einem Ranking zum einflussreichsten deutschen Ökonomen gekürt.

Univ.-Prof. Dr. Lars P. Feld widmete sich in seinem Gastvortrag mit dem Titel “Fiskalpolitik und Fiskalregeln in schwierigen Zeiten” der aktuell breit diskutierten Frage, in welcher Höhe Staatsverschuldung problematisch ist und mit welchen polit-ökonomischen Instrumenten sie gesteuert werden könnte. Als Mitglied des deutschen Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung präsentierte Univ.-Prof. Dr. Lars Feld aktuelle Studien und deren Forschungsergebnisse und leitete Konsequenzen für den Umgang mit der Staatsverschuldung ab, auch im Hinblick auf getroffene Maßnahmen der deutschen Bundesregierung.

Dekanin Hannelore Weck-Hannemann, Vortragender Lars P. Feld, eeecon-Sprecherin Janette F. Walde und Rektor Tilmann MärkNach der Eröffnung der Gastvorlesung durch die Sprecherin der Forschungsplattform „Empirische und Experimentelle Wirtschaftsforschung“, Univ.-Prof. Dr. Janette Walde, begrüßte der Rektor der Universität Innsbruck, Prof. Dr. Dr. hc. mult. Tilmann Märk den Vortragenden und die Anwesenden. Er betonte in seinen Einleitungsworten, dass die universitäre Organisationsstruktur in Form von Forschungsschwerpunkten und -plattformen die Forschung besser sichtbar werden lässt und dass Innsbruck als Forschungsstandort im Bereich empirischer und experimenteller Wirtschaftsforschung und die Plattform eeecon international einen sehr guten Ruf genießen. Die Dekanin der Fakultät für Volkswirtschaft und Statistik, o. Univ.-Prof. Dr. Hannelore Weck-Hannemann, stellte den Referenten vor und hob hervor, dass neben seinen hervorragenden wissenschaftliche Publikationen, Lars P. Feld seine Erkenntnisse in der Politikberatung einbringt und damit stark angewandte Forschung betreibt.

Lars Feld begann seinen Vortrag mit einer kurzen Darstellung der Entwicklung der Staatsverschuldung in OECD-Ländern über die Zeit, bevor er darauf einging, in welchen Situationen eine zu hohe Staatsverschuldung sich ungünstig auf verschiedene makroökonomische Größen auswirken kann. Er diskutierte warum Staatsverschuldung im Zeitablauf angestiegen ist mit Hilfe von traditionellen ökonomischen Erklärungsansätzen sowie polit-ökonomischen Erklärungen. Feld zeigte die Notwendigkeit auf, durch geeignete rechtliche Rahmenbedingungen die Verschuldungsneigung des Staates einzudämmen. Eine Diskussion zur Effektivität unterschiedlicher Fiskalregeln und Fiskalinstitutionen rundete den Vortrag ab und leitete eine angeregte Publikumsdiskussion ein. Weitere Fragen konnten direkt mit dem Referenten beim abschließenden Buffet diskutiert werden.

(eeecon)