Das Archäologische Universitätsmuseum bei der „Langen Nacht der Museen 2015“

Das „Archäologische Museum Innsbruck – Sammlung von Abgüssen und Originalen“ nahm heuer bereits zum neunten Mal an der „Langen Nacht der Museen“ teil. In der vor über 140 Jahren gegründeten Universitätssammlung begaben sich über 350 interessierte Besucherinnen und Besuchern auf eine Zeitreise in die Vergangenheit.
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Bild: Führung im Archäologischen Universitätsmuseum bei der „Langen Nacht der Museen“ (Foto: S. Sitz)

Am vergangenen Samstag fand bereits zum 16. Mal die  „Lange Nacht der Museen“ statt. 731 Museen, Galerien und Kulturinstitutionen in ganz Österreich, Liechtenstein und der Schweiz luden in der Zeit von 18:00 bis 1:00 Uhr Früh zu einer kulturellen Entdeckungsreise ein, präsentierten dabei ihre Schätze und boten ein vielfältiges Programm für Jung und Alt.

Zu den 68 Museen und Galerien in ganz Tirol, die ihre Pforten öffneten, gehörte – mittlerweile auch schon zum neunten Mal – das „Archäologische Museum Innsbruck – Sammlung von Abgüssen und Originalen der Universität“. Das 1869 gegründete Museum stellt in seiner Kombination aus Abgüssen, Kopien und Originalen mit nunmehr über 1.200 Objekten die größte Kollektion klassischer Antiken in Westösterreich dar und nimmt mit diesem Schwerpunkt eine Sonderstellung innerhalb der Tiroler Museumslandschaft ein.

Führungen und museumspädagogische Vermittlung

Am Sammlungsstandort im Universitäts-Hauptgebäude konnte im Rahmen von sechs Themenführungen durch den Leiter des Museums, Ass.-Prof. Mag. Dr. Florian Müller, zum einen ein Überblick über die Entwicklung der plastischen griechischen Kunst geboten werden. Zum anderen wurden in Führungen zur griechischen Mythologie anhand von Statuten und Reliefs Götter und Helden der Antike zum Leben erweckt. So wurden die Heldentaten des Herakles gezeigt, der die Äpfel der Hesperiden stiehlt, und Perseus, der das Ungeheuer Medusa tötet. Mit dem mythischen Sänger Orpheus ging es in die Unterwelt und auch Episoden aus dem Trojanischen Krieg wurden erzählt.

Einige Häuser warteten auch mit kindgerechten Zusatzangeboten, also speziellen Programmen für Kinder, Jugendliche und Familien auf. Im Universitätsmuseum gab es Dank der tatkräftigen Mithilfe des studentischen Museumsteams Lukas Egger, Caroline Posch, Sonja Rainer, Stephanie Sitz und Bianca Zerobin die beiden museumspädagogischen Workshops „Abgusstechnik: Kopie oder Original?“ sowie „Wie arbeitet ein Archäologe?“.  Beim ersten konnten die Besucherinnen und Besucher Schritt für Schritt das Abformen von antiken Exponaten verfolgen, also die Methoden der Herstellung von Repliken antiker Figuren. Besonders bei Kindern beliebt war die Möglichkeit, sich selbst aktiv als „Gipsformer“ zu betätigen und Figuren sowie kleine Reliefs in farbiger Seife abzugießen und als Erinnerung mit nach Hause zu nehmen.

Der zweite Workshop zeigte ein Kerngebiet der praktischen Arbeit von Archäologinnen und Archäologen, nämlich das Ausgraben und Bestimmen archäologischer Fundobjekte. Die Vorstellung, Schätze ans Tageslicht zu bringen, fasziniert seit dem 18. Jahrhundert viele Menschen. Doch worum geht es bei Ausgrabungen tatsächlich und warum können bescheidene Keramikscherben unter Umständen wichtiger sein als Gold? Bei der Station konnte man sich selbst als Ausgräber und Fundbearbeiter betätigen um so einen besseren Eindruck von der „Feldarbeit“ der Archäologinnen und Archäologen gewinnen. Scherben von antiker Keramik mussten geborgen und anhand ihres Aussehens und ihrer Bemalung bestimmt, d.h., datiert und einer bestimmten Keramikgattung zugewiesen werden.

„Da wir seit einiger Zeit bemüht sind, die Sammlung nicht nur in der Lehre und Forschung zu nutzen, sondern sie verstärkt auch für interessierte Besucher auch außerhalb der Universität zu öffnen, freuen wir uns besonders über das große Interesse bei der Langen Nacht der Museen“, berichtet Müller. Die  „Lange Nacht der Museen“ hat sich seit dem ersten Mal im Jahre 2000 zur größte Kulturinitiative Österreichs mit mehr als fünf Millionen Teilnehmerinnen und Teilnehmer im ganzen Land entwickelt … einige davon waren in den letzten Jahren auch im Archäologischen Museum der Universität Innsbruck zu Besuch.

(Florian M. Müller)