Zwei Wochen im Zeichen der Atmosphärenwissenschaften

Zwei Wochen hintereinander standen Ende August und Anfang September in Innsbruck ganz im Zeichen der Geo- und Atmosphärenwissenschaften: Von 23. bis 29. August fand die „Innsbruck Summer School of Alpine Research“ statt, von 31. August bis 4. September versammelten sich internationale Forscher zur „International Conference on Alpine Meteorology“.
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Bild: Michael Kuhn (Mitte) bekam die Julius-von-Hann-Medaille in Gold verliehen, hier im Bild mit Laudator Hans Volkert (Deutsches Institut für Luft- und Raumfahrt, rechts) und Fritz Neuwirth (1. Vorsitzender der ÖGM, links). (Foto: Ivana Stiperski)

„Wie wird das Wetter?“: Eine Frage, die uns nicht nur in der Urlaubszeit beschäftigt – und deren zuverlässige Antwort nicht nur für Touristiker, sondern auch für Stadtplaner, Betreiber von Sonnen-, Wind- oder Wasserkraftwerken, Landwirte und viele mehr enorm wichtig ist. Und je nach Planungszeitraum wird in jüngster Zeit noch eine Frage immer häufiger: „Wie wird das Klima?“. Forscherinnen und Forscher arbeiten seit langem an immer genaueren Vorhersagen. Anfang September, von 31. August bis 4. September, traf sich in Innsbruck das Who-is-Who der Gebirgswetterforschung zum Austausch, konkret ging es um Wetter- und Klimaphänomene in den Alpen bzw. in Gebirgsregionen allgemein: Die inzwischen 33. Internationale Konferenz zu Alpiner Meteorologie (International Conference on Alpine Meteorology, ICAM) fand an der Universität Innsbruck statt. „Gerade Gebirgssysteme stellen uns Atmosphärenwissenschaftler vor immer wieder neue Herausforderungen. Einfach gesagt: Praktisch alle Prozesse der Wetterbildung, die wir für das flache Land recht zuverlässig berechnen können, sind im Gebirge oft anders, meistens schwieriger und müssen für diese Regionen anders berechnet werden“, erklärt Prof. Mathias Rotach, Leiter des Instituts für Atmosphären- und Kryosphärenwissenschaften der Uni Innsbruck und Vorsitzender des Tagungs-Organisationsteams.

Gemeinsam 425 Jahre Wetterforschung in Österreich

Am 2. September fand im Rahmen der Konferenz ein dreifaches meteorologisches Jubiläum mit starker Beteiligung der Uni Innsbruck statt: Neben der 125-Jahr-Feier des Instituts für Atmosphären- und Kryosphärenwissenschaften wurden 150 Jahre österreichische Wetterkarte und 150 Jahre seit der Gründung der ÖGM (Österreichische Meteorologische Gesellschaft) gefeiert. Das Institut nahm die Gelegenheit wahr, nach 125 Jahren unter verschiedenen Namen  (zuletzt: Institut für Meteorologie und Geophysik) den neuen Institutsnamen zu präsentieren. „Die Kombination von Atmosphärenwissenschaften und Kryosphärenforschung am hiesigen Institut ist weltweit fast einmalig für ein Universitätsinstitut und betont natürlich die Nähe der Wetter- und Klimaforschung zur Glaziologie in einer gebirgsnahen Region“, betont Institutsleiter Mathias Rotach. Im Rahmen dieser Feier bekam Michael Kuhn, emeritierter Professor am Institut, von der ÖGM für seine besonderen Verdienste die Julius-von-Hann-Medaille in Gold verliehen.

Jährliche Summer School

Von 23. bis 29. August fand zum dritten Mal die jährliche Summer School der Fakultät für Geo- und Atmosphärenwissenschaften statt, die abwechselnd von den Instituten der Fakultät organisiert wird. Thema der diesjährigen „Innsbruck Summer School of Alpine Research“ (InnSAR) war „Surface-Atmosphere Exchange over Mountainous Terrain“. Insgesamt haben 19 Studierende aus 10 Ländern teilgenommen und hörten Vorträge von Forschern aus renommierten Institutionen in den USA, Kanada, Deutschland und Österreich. Im Rahmen der Summer School fand auch eine Exkursion auf den Schaufelferner (auch bekannt als „Stubaier Gletscher“) statt.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Summer School. (Foto: Louis Queno)

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Summer School. (Foto: Quentin Rodier)

 

(red/sh)